Nicht erst im Fernseh- und Computerzeitalter verschwimmen die Grenzen zwischen der künstlichen und der "natürlichen" Welt. Grenzüberschreitung zwischen Wirklichkeit und Phantastik, Grenzüberschreitung zwischen den Künsten: Norbert Miller, der Meister im Verknüpfen von Literatur, Kunst und Musik zeichnet ein Stück Frühgeschichte der Moderne nach. In diesem Buch spannt sich der Bogen von dem französischen Ägyptenforscher Vivant Denon mit seinen frühen, zwischen mythologischer Erfindung und wissenschaftlicher Rekonstruktion stehenden Visionen des Altertums, über verschiedene Erscheinungsformen der europäischen und amerikanischen Romantik wie E.T.A. Hoffmann, Victor Hugo, Franz Liszt und E. A. Poe bis hin zur Frage des Historismus in der Musik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2002
Erst auf den zweiten Blick entfaltet sich für Hermann Kurzke die wahre Qualität dieses Buches. Was oberflächlich betrachtet wie eine Zusammenstellung "lauter Abgelegenheiten" wirkt, entpuppt sich für den Rezensenten dann aber schnell als "bizarres Höllenlabyrinth der europäischen Romantik", durch das sich der für die Romantik typische "Leitgedanke der Schwellenüberschreitung" zieht. Wie zu lesen ist, ist diese Sammlung aus Nachworten, Festschriftbeiträgen und Zeitungsartikeln zum 65. Geburtstag des Berliner Literatur-, Kunst- und Musikwissenschaftlers herausgegeben worden. Wenn es heute noch Salons gäbe, so Kurzke in seiner kurzen Besprechung, wäre in jedem dieser Aufsätze Stoff für eine geistreiche Abendunterhaltung zu finden.
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