Norbert Wehr (Hg.)

Schreibheft. Zeitschrift für Literatur 100

Vergessene, Verkannte, Verschollene
Cover: Schreibheft. Zeitschrift für Literatur 100
Rigodon Verlag, Essen 2023
ISBN 9783924071578
Broschiert, 208 Seiten, 16,50 EUR

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.04.2023

Anlässlich der hundertsten Ausgabe des Schreibhefts verneigt sich Rezensent Paul Ingendaay vor der Lebensleistung des Herausgebers Norbert Wehr, der seit nunmehr vierzig Jahren vorwiegend die literarische Avantgarde in seiner Zeitschrift zu Wort kommen lässt. Zur Jubiläumsausgabe hat Buchpreisträger Frank Witzel einen Essay beigetragen, der Ingendaay ebenfalls Begeisterungsrufe entlockt: Es geht darum nicht um die vielgerühmten Schreibenden, sondern um die "Vergessenen, Verkannten, Verschollenen" wie Gudrun Wiedock oder Simone Thalmeyer, die Witzel so imaginativ wie witzig, so nachdenklich wie aufschlussreich schildert, lobt er. Bei manchen der vorgestellten Autor*innen wundert es den Kritiker nicht, dass sie in Vergessenheit geraten sind, aber dieses "Denkmal für den kreativen Antrieb selbst" findet er höchst bereichernd und anregend, wie er nicht müde wird zu betonen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.03.2023

Der hier rezensierende Verleger und Lyriker Michael Krüger erkennt mit dem von Norbert Wehr herausgegebenen 100. Schreibheft, dass die Literaturgeschichte, wie wir sie kennen, der reine Zufall ist. Was bzw. wer dabei verlorenging, daran erinnert im Schreibheft Frank Witzel mit einem laut Krüger großartigen Essay über hundert sehr zu Unrecht, wie der Rezensent ahnt, vergessene Autorinnen und Autoren. Uwe Brandner etwa oder Jaron Kohler. Ihre Namen stehen zwar in keinem Lexikon, meint Krüger, dafür stehen sie jetzt hier im Schreibheft, und das ist gut so.

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