Unionsverlag, Zürich 2026
ISBN
9783293006447 Gebunden, 384 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Jasmin Humburg. Nadia, Akademikerin, sitzengelassen von ihrer großen Liebe Rosy, will ihrem miesen Privatleben entkommen - und nimmt einen UN-Job im Irak an. Mit der Aufgabe betraut, IS-Frauen zu deradikalisieren, leistet sie sich in der Welt internationaler Hilfsorganisationen einen Fehltritt nach dem anderen. Sara, eine wütende Teenagerin, hat sich mit fünfzehn dem IS angeschlossen. Verbunden durch ihr muslimisches Aufwachsen in London und eine Vorliebe für derbe Sprüche, freunden die beiden sich an - doch bald muss Nadia entscheiden, wie weit sie für Sara zu gehen bereit ist.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.02.2026
Einen geschickt gebauten Roman über IS-Bräute hat Nussaibah Younis laut Rezensent Tobias Lehmkuhl verfasst. Wobei sich bald herausstellt, dass die teils autobiografisch inspirierte Geschichte um die junge Dozentin Nadia, die nach Bagdad reist, um eben solche britische Bräute wieder in die Heimat zu holen, keineswegs als ein Politthriller angelegt ist, sondern vielmehr als eine Satire. Als Zielscheibe dienen internationale Organisationen, die beim Versuch zu helfen mit bürokratischen Hürden und allerlei Absurditäten konfrontiert werden. Wie realitätsnah die durchaus überraschenden Wendungen der Erzählung sind, möchte der Rezensent nicht beurteilen. Aber er lobt den Roman dafür, dass er auf originelle Art auf ein Thema aufmerksam macht, von dem viele nichts wissen wollen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2026
Nussaibah Younis, Tochter eines irakischen Vaters und einer pakistanischen Mutter, ist Irak-Expertin und Friedensforscherin. Und eine sehr begabte Schriftstellerin, wie Rezensent Rainer Moritz hier feststellen darf. Zwar ist die Geschichte um die Kriminologin Nadia, die aufgrund von Liebeskummer London verlässt und für eine Mission der UNO im Irak zu arbeiten beginnt, nahe an Younis' eigene Geschichte angelehnt, weiß der Kritiker. Aber die Entscheidung gegen ein Memoir und für einen Roman ist klug, erlaubt sie der Autorin doch allerhand literarische Freiheiten, fährt er fort. Und so folgt der Kritiker gebannt der idealistischen Nadia, die in den Jahren 2018/18 versucht, IS-Frauen im Irak zu deradikalisieren, dabei aber vor allem auf woke Vorgesetzte, Korruption, Sex und Alkohol und nicht zuletzt ziemlich undankbare Schützlinge trifft. Dass Younis mit Tempo und ohne Pathos erzählt, findet der Kritiker schon ziemlich beeindruckend. Dass sie aber zudem widersprüchliche Figuren zu zeichnen vermag, "westliche Rechthaberei" aufs Korn nimmt und noch an Sitcoms geschulten Witz unterbringt, erscheint ihm geradezu grandios.
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