Links zu sein, ist in Deutschland kein Problem. aber kann man auch konservativ sein? Oder ist man dann rechts? Ulrich Greiner nimmt für sich das Recht in Anspruch, konservativ geworden zu sein und er stellt fest, dass der konservative Gedanke in Deutschland politisch und intellektuell heimatlos geworden ist. Weil er vom Diskurs der Mehrheit abweicht, ist er in der rechten Ecke gelandet. Doch die alten Kategorien greifen nicht mehr, die ideologischen Fronten nehmen einen neuen Verlauf. Was also kann es in Zeiten von Homo-Ehe, Flüchtlingskrise und Trump bedeuten, konservativ und dabei doch aufgeklärt zu sein? Wer vertritt die Kritik an einer immer stärkeren Verflechtung Europas? Woher kommt der deutsche Selbsthass? Wie elitär ist der Multikulturalismus? Was gilt es von der geistigen Tradition des christlichen Abendlandes in der globalisierten Welt zu bewahren? Solchen Fragen stellt sich der langjährige Feuilleton-Chef der "Zeit".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2017
Peter Hoeres sieht in Ulrich Greiner einen weiteren linken Journalisten, der den konservativen Weg einschlägt. Wie Greiner seine Neuorientierung, Wiedereintritt in die katholische Kirche inklusive, darstellt, leuchtet dem Rezensenten zwar ein, doch Greiners Staunen angesichts der Geschichte des Christentums scheint ihm zu zahm, ebenso Greiners Umgang mit dem Absolutheitsanspruch der Kirche. Dass der Autor Maß hält und statt für Fundamentalopposition für eine Art Traditionsschonung plädiert, findet Hoeres allerdings angemessen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.08.2017
Rezensent Jens Bisky kann diesen "Bekenntnissen eines Konservativen" nicht viel abgewinnen. Wenn ihm der Zeit-Literaturkritiker Ulrich Greiner in diesem aus seinem Artikel "Vom Recht, rechts zu sein" hervorgegangenen Buch von seiner Heimatlosigkeit angesichts des "Anpassungsmoralismus der Leitmedien" erzählt, Themen wie Ehe für alle, Reproduktionsmedizin, Islam und christliches Abendland anreißt, sich schließlich beklagt, "in die rechte Ecke" geschoben zu werden und zugleich Andersmeinende als "Moralisten" und "Selbsthasser" bezeichnet, entdeckt Bisky doch einige Widersprüche in Greiners Argumentation. Und wenn Greiner mit ein paar Reizworten wie "Wintermarkt", Rauchverbot oder Anschnallpflicht eine "Diktatur der Fürsorge" konstatiert, wird es dem Rezensenten bald auch zu hysterisch. Mehr Recherche und weniger Gesinnung und persönliche Empfindlichkeiten hätten dem Buch sicher gut getan, meint der Kritiker, der sich bei all den "Zerrbildern" nach dem Konservatismus eines Arnold Gehlen oder Robert Spaemann sehnt.
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