Der Fürst Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1819-1901) war von 1894 bis 1900 deutscher Reichskanzler. Das Urteil Bülows, Hohenlohe sei bereits 1897 ein "passiver Greis" gewesen, bestimmt bis heute sein Bild in der Forschungsliteratur: Er erscheint, wenn überhaupt, als farb- loser Nachfolger des eisernen Kanzlers Bismarck oder verblassender Vorgänger des Weltpolitikers Bülow. Eine kritische Bestandsaufnahme vor allem des Nachlasses Hohenlohe zeigt den Fürsten jedoch als aktiven Politiker, der seine Ziele unauffällig, aber hartnäckig verfolgte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.05.2007
Überaus aufschlussreich findet Rezensent Dieter Langewiesche diese Studie über Reichskanzler Fürst Hohenlohe, die Olav Zachau vorgelegt hat. So gelingt es dem Autor seines Erachtens, erhebliche Korrekturen an dem in der Forschung geläufigen Bild von der Amtszeit Hohenlohes (1894 - 1900) als Interimszeit eines greisen, amtsmüden und resignierenden Reichskanzlers anzubringen. Er attestiert Zachau, die Leistungen Hohenlohes - darunter die Reformierung der Militärstrafprozessordnung, die Vollendung des BGB, die Aufhebung des Koalitionsverbots, die Verhinderung mehrerer repressiver und protektionistischer Vorhaben - herauszuarbeiten und zu verdeutlichen, dass die Kanzlerschaft Hohenlohes keineswegs eine Zeit des Stillstands war. Ausführlich und auf Grundlage vieler Quellen werden zur Freude Langewiesches Außenpolitik und Innenpolitik sowie die Flottenpolitik unter Hohenlohe dargestellt. Überzeugt haben ihn insbesondere Zachaus Korrekturen an diversen Positionen der Forschung, die sich, auch wenn sie eher Spezialisten interessieren dürften, zu einem stimmigen Gesamtbild der damaligen Reichspolitik fügen.
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