Aus dem Italienischen von Antje Peter. Gian Enrico Rusconi rekonstruiert erstmals die Dynamik der Beziehungen zwischen den beiden spätgeborenen Nationalstaaten Deutschland und Italien. Er spannt einen souveränen Bogen von der Bismarckzeit und den beiden Weltkriegen über den Wiederaufbau bis in die Gegenwart, von Bismarck bis zu Mussolini und Hitler, von De Gasperi und Adenauer bis zu Berlusconi. Seine bestechende Darstellung verdeutlicht die Schnittstellen und Wendepunkte einer gemeinsamen Geschichte - in einer Perspektive, die auch Europa in den Blick nimmt.
Instruktiv findet Ralph Bollmann dieses Buch über das schwierige Verhältnis zwischen Deutschland und Italien, das der Historiker Gian Enrico Rusconi vorgelegt hat. Der Autor stelle die Geschichte zwischen beiden Ländern von der nationalen Einigung im 19. Jahrhundert bis heute als eine Kette von zahlreichen politischen Missverständnissen und Missstimmungen dar. Auf Bündnisse und wechselseitige Freundschaftsbezeugungen seien stets tiefe Zerwürfnisse und wechselseitige Verratsvorwürfe gefolgt. Bollmann kommt dabei zu dem Schluss, dass die deutsch-italienischen Irritationen der vergangenen Jahre keineswegs dem damaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi allein angelastet werden dürfen. Die Darstellung fällt seines Erachtens allerdings recht "spröde" aus, so dass das Buch kaum breitere Leserkreise erreichen dürfte. Zudem bleibt über der "verdienstvollen Auswertung" diplomatischer Quellen zu seinem Bedauern das Echo in einer breiteren Öffentlichkeit unterbelichtet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.10.2006
Mit hohem Lob bedenkt Rezensent Henning Klüver diese deutsch-italienische Geschichte "von Bismarck bis zu Berlusconi", die der Historiker und Politologe Gian Enrico Rusconi verfasst hat. Mit Blick auf die Verstimmungen in jüngerer Vergangenheit schreibt er dem Werk eine aktuelle Bedeutung zu, zeigt der Autor doch, dass bei Spannungen zwischen beiden Ländern alte Vorurteile wieder aufflammen, die sich auf lange zurückliegende historische Ereignisse beziehen. Demgegenüber bescheinigt er Rusconi einen genauen Blick auf die Beziehungen beider Länder: seine historisch-politische Analyse trenne subjektive Erinnerung von geschichtlichen Fakten, unterscheide Stereotypen von Erfahrungen und stelle das Ganze in einen europäischen Kontext. Und so würdigt der Rezensent das Werk als "so differenziert und vorurteilsfrei" wie kein zweites Buch über dieses Thema.
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