Olivette Otele

Afrikanische Europäer

Eine unerzählte Geschichte
Cover: Afrikanische Europäer
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783803137128
Gebunden, 300 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Yasemin Dinçer. Die Bewegung Black Lives Matter hat die Lebenswelten Schwarzer Menschen auch in Europa in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Doch was die Geschichte anbelangt, bleibt die Schwarze Präsenz auf dem Kontinent weiterhin ausgespart. Mit ihrer historischen Gesamtdarstellung, die von Schweden über Deutschland bis nach Griechenland führt, füllt Olivette Otele diesen weißen Fleck in der Geschichtsschreibung Europas. Otele erzählt von Personenschicksalen und Schauplätzen der Begegnung, vom engen Austausch zwischen Afrika und Europa, der mit den römischen Expansionsbewegungen begann und im historischen Verlauf heute oftmals vergessene Schwarze Heilige, Herrscher und Intellektuelle hervorbrachte.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.07.2022

Rezensent Jens Balzer empfiehlt das Buch der britischen Historikerin Olivette Otele über afroeuropäische Biografien aus zwei Jahrtausenden. Inwieweit solche Lebensgeschichten und Legenden wie die des Gelehrten Juan Latino in Granada, des schwarzen Märtyrers Mauritius oder auch die heutiger Rapperinnen europäische Kultur und Geschichte geprägt haben und wie sich allmählich Ideen eines rassischen Unterschieds durchsetzen, erörtert Otele laut Balzer in einer gelungenen Verbindung aus Exzeptionellem und Exemplarischen. Etwas weniger Spunghaftigkeit und mehr Stringenz hätten dem Buch nicht geschadet, erklärt Balzer.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2022

Rezensent Peter Burschel liest das Buch der Historikerin Olivette Otele als Appell für die politische Teilhabe afroeuropäischer Menschen. Die chronologisch geordneten Geschichten im Band, vom heiliggesprochenen römischen Legionär Mauritius im 3. Jahrhundert über den Ausnahmegelehrten und Sklaven Juan Latino im 16. Jahrhundert bis zu den Afrofeministinnen von heute erschließen dem Rezensenten das "außergewöhnliche Normale", die "Selbstwahrnehmung von 'Schwarzsein'" zu unterschiedlichen Zeiten und einen differenzierten Blick auf Fragen zum Körper, zum Geschlecht und zur Religion. Längere Prozesse wie die Entstehung der taxonomischen Funktion der Hautfarbe kann der Band allerdings nicht sichtbar machen, so Burschel.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2022

Rezensent Andreas Eckert findet viel Bekanntes, aber auch Neues in Olivette Oteles Studie über die Geschichte von Afroeuropäern von der Antike bis heute. Einen Schwerpunkt der Arbeit erkennt der Rezensent in der Wandelbarkeit sozialer Hierarchien, die die Autorin laut Eckert anhand von Englands Sklavenhandel, aktuellem Rassismus und Persönlichkeiten wie dem aus Ägypten stammenden römischen Legionär Mauritius oder dem afroniederländischen Geistlichen Jacobus Capitein exemplifiziert. Gender und Afrofeminismus im Hinblick auf die Herausbildung afroeuropäischer Identitäten stellen laut Eckert weitere im Buch behandelte Themen dar.
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