Dieses Schlüsseldokument zur Geschichte des öffentlichen Rechts versetzt den Leser in das Herz des "Denkkollektivs" der sog. "Schmitt-Schule" und ist von intensiver Zuwendung und erregendem argumentativen und sachlichen Ernst getragen. Dabei sperrt sich Schmitt auch immer wieder gegen Böckenfördes "Schmitt-Projekt" als den Versuch einer politisch-theologischen Zügelung, juristischen Kanonisierung und Adaption für die Bundesrepublik. Die Edition wird durch weitere Korrespondenzen und Materialien ergänzt. Eine Auswahl von kleineren Texten Böckenfördes dokumentiert die ständige Auseinandersetzung mit der Schmitt-Forschung sowie die Transformation von dessen "Politischer Theologie" in die neuere Lage und Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.04.2022
Rezensent Oliver Weber findet den von Reinhard Mehring herausgegebenen Briefwechsel zwischen Ernst-Wolfgang Böckenförde und Carl Schmitt aufschlussreich in vielerlei Hinsicht. Zum einen bedeutet ihm die "sorgfältige" Edition die Einmütigkeit der beiden Briefeschreiber in ihren Positionen, auch wenn die Verbindung laut Weber nicht unbedingt auf gemeinsamen politischen Grundeinstellungen basiert, zum anderen wird für ihn sichtbar, inwieweit sich Böckenförde und Schmitt über das Weltgeschehen verständigen. Das hält auch für heutige Leser noch immer "erhellende Einsichten" bereit, versichert Weber, von "glänzenden" Formulierungen ganz abgesehen.
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