Faksimile der Ausgabe von 1940. "The Idiocy of Idealism, which ought to be called the Natural History of Dictators and Saviours, should be read just at present." So kommentiert Bernard Shaw Oscar Levys (siehe seine Handschrift auf dem Originalumschlag) letztes Buch, das 1940 in England erschien. Levy wendet sich hier gegen die verschiedenen Formen politischer Theologie der Moderne. Er zeichnet die geistigen Hintergründe religiöser Überzeugungen und philosophischer Theorien unserer Zivilisation nach und kennzeichnet Nationalismus, Bolschewismus und Terrorismus als ihre paradoxen Folgen. Oscar Levys Buch erregte große Aufmerksamkeit und ist auch heute, in der Zeit radikaler religiöser Fundamentalismen, aktuell.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2017
Dass Oskar Levy auch selbst publizierte und nicht nur Verleger, Verehrer und Vermittler Nietzsches war, ist den wenigsten bekannt, erläutert Rezensentin Lena Haller, dabei lohnt die Lektüre seiner Werke durchaus. Dem Schwabe Verlag in London ist nun die Faksimile-Ausgabe seines vergriffenen Hauptwerkes "The idiocy of Idealism" zu verdanken. Levy zieht hier einige gefährliche Vergleiche zwischen der jüdischen Religion und dem Idealismus der Nationalsozialisten, aus denen er jedoch bemerkenswerte Argumente entwickelt gegen jede Art von Heilsversprechen und Fanatismus, so die beeindruckte Rezensentin. Somit sei das Buch nicht nur ein Zeitzeugnis sondern auch ein "Plädoyer für die Aristokratie des Geistes".
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