Herausgegeben und kommentiert von Verena Meier-Vetter. Mit seinem Reisetagebuch gibt Simon Grynäus ein vielfältiges Bild sowohl von Frankreich und Paris wie auch von seiner Heimatstadt Basel in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der vierundzwanzigjährige Pfarrer reiste zusammen mit einem gleichaltrigen Freund, der bereits einen Lehrstuhl an der Universität innehatte. Aber trotz dieser beruflichen Stellung fuhren die beiden als Studenten nach Paris. Sie machten also eine Bildungsreise, besuchten Bibliotheken und Kabinette, die Museen ihrer Zeit und suchten den Kontakt mit bedeutenden Männern. Ihr Weg führte sie über Straßburg, das damals sehr eng mit Basel verbunden war, nach Luneville und Nancy, an den Hof von Stanislas, dem ehemaligen König von Polen. In Toul trafen sie Kameraden und Verwandte aus Basel, die im französischen Dienst standen. Da war wohl nicht viel von Gelehrsamkeit die Rede! Kleine charmante Details über das Leben in Paris bietet das genau geführte Ausgabenbuch, in dem sich immer wieder der Alltag zeigt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.03.2007
Zwei Basler in Paris, es ist das Jahr 1749 und es handelt sich, offiziell, um eine Bildungsreise. Das Tagebuch verzeichnet allerdings ein bisschen viel Vergnügen für den angegebenen Zweck. Man geht in die Oper und zum Tanz. Man sieht da gar "Mde de Pompadour, des Königs Maitresse, eine schöne Dame von ungefehr 24 Jahren". Dann regnet es die ganze Zeit und also geht man wieder zum Tanz. Sehenswürdigkeiten werden auch besichtigt. Buch über die Ausgaben wird geführt. Der Rezensent "rox" ist fasziniert von den Einblicken, die dieser Band gewährt, und preist ihn als "echte Trouvaille".
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