Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Laut Herbert Riehl-Heyse hat sich Oskar Lafontaine mit diesem Buch keinen Gefallen getan. Zu sehr steht für ihn der Abrechnungscharakter und die persönliche Gekränktheit des Autors im Vordergrund, und er ist überrascht, wie weit Lafontaines Empfindlichkeiten gehen: Da reiche es bisweilen schon, dass eine Begrüssung nicht freundlich genug ausgefallen ist oder ein Kollege in der Presse besser abschneiden konnte. Den Rezensenten erinnert das an "nervöse Operndiven" und er wundert sich, wieviel Energie durch diese Verletzlichkeiten in der Politik vergeudet wird. Riehl-Heyse kritisiert ausserdem, dass Lafontaine auch an der Presse kein gutes Haar lässt - es sei denn natürlich, sie berichtet positiv über ihn. Was den theoretischen Teil betrifft, entdeckt Riehl-Heyse zwar einige diskussionswürdige Aspekte, allerdings merkt er an, dass Lafontaine diese Fragen sehr viel effektiver zur Debatte hätte stellen können, wenn er im Amt geblieben wäre.
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