Menschen werden nicht als politisches Wesen geboren, aber sie leben immer in politisch bestimmten Räumen. Deshalb ist politisches Urteilsvermögen eine Voraussetzung jeder humanen Gesellschaft. Was aber gibt den Ausschlag für politische Entscheidungen jedes einzelnen - ist es der Charakter, das Wissen, die Erfahrung? Oskar Negt zieht in diesem Buch die Summe seiner denkerischen und praktischen Beschäftigung mit Bewusstseinsbildung und Wissensgesellschaft: Er fragt, wie ein Homo politicus heute aussehen könnte, welche Schlüsselkompetenzen er benötigt und wie seine kritische Urteilskraft geschult werden kann. Ausgehend von aktuellen geopolitischen Entwicklungen unternimmt Negt einen umfassenden Entwurf von politischer Bildung in einer Zeit der Umbrüche.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.08.2010
Oskar Negt gleiche einem "Brabant-Pferd", findet Carl Wilhelm Macke, es arbeite "zuverlässig, aber langsam". In seinem neuen Buch "Der politische Mensch" geht Negt der Frage nach, warum manche Menschen ihren politischen Verstand verlieren, dessen Beruf es ist, sich genau dessen zu bedienen; und andere mit einem Mal politische Urteilskraft entwickeln und sie praktisch umsetzen. Antworten auf diese Frage kann der Leser in Negts Text finden, sagt Macke, er müsse dafür aber einen langatmigen Querschnitt durch sozialpolitische Geschichte und Problematiken in Kauf nehmen. Unscharf schreibe Negt des öfteren, so der Rezensent, dann aber wieder auf den Punkt, wenn er beispielsweise die Kultur als "Rastplatz der Reflektion" bezeichne. Politiker könnten diesen Text als naiv bezeichnen. Manch anderer jedoch finde hier Gründe für die Politikverdrossenheit der Menschen, ist Macke überzeugt.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…