Aus dem Georgischen und mit einem Nachwort von Kristiane Lichtenfeld. "Mein Buch", sagte Tschiladse über seinen ersten Roman von 1973, "zeigt Medea, wie sie bis zum Eintreffen der Griechen war: ein gewöhnlicher lebendiger Mensch, ohne alles Magische. Sie vermag zu lieben und begeht um der Liebe willen Taten, für die sie später leiden muss." Otar Tschiladse erzählt in diesem Roman über die sagenhafte Medea aus der ungewöhnlichen Perspektive der eroberten "Barbaren", der Bewohner der antiken Kolchis (dem heutigen Georgien). Er verwendet dabei die uns aus der griechischen Überlieferung bekannten mythologischen Stoffe und Gestalten, erzählt sie jedoch als Geschichten aus einem gewöhnlichen Alltag, dass sie unser aller Geschichten sein könnten. "Der Garten der Dariatschangi" schildert elementarste menschliche Leidenschaften: Liebe und Hass, Selbsttreue und Opportunismus, Stolz und Demut, aber auch Demütigung, Gewalt und Duld samkeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.02.2015
Bereits 1973 erschienen ist der erste Roman des georgischen Schriftstellers Otar Tschiladse nun auch ins Deutsche übersetzt worden, berichtet ein schwärmender Jan Koneffke. Der Rezensent folgt dem Autor hier in die Geschichte des georgischen Volkes, liest aber zunächst Tschiladses den Roman eröffnende Version der Argonauten-Sage, in der nicht nur die mythische Figur der Medea vermenschlicht erscheint. Zugleich bewundert der Kritiker die Magie des Autors, der den Leser etwa leichthändig an den Gedanken von Tieren und Gegenständen teilhaben lässt. Vor allem aber konzentriert sich Tschiladse in seinem herausragenden Epos auf die Folgen, die die Eroberung der Kolchis für die Unterworfenen hatte, verrät der Rezensent. Großartig wie es dem Autor gelingt symbolreich, aber nie überladen, lyrisch, aber dennoch anschaulich und mit beeindruckender psychologischer Figurenzeichnung zu erzählen, lobt der Kritiker, der dieses generationsübergreifende Epos mit modernen Figuren im archaischen Gewand als "süffiges Lesevergnügen" empfiehlt.
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