Otto Klemperer

'Verzeiht, ich kann nicht hohe Worte machen'

Briefe von Otto Klemperer 1906-1973
Cover: 'Verzeiht, ich kann nicht hohe Worte machen'
Edition Text und Kritik, München 2012
ISBN 9783869161013
Kartoniert, 600 Seiten, 54,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Antony Beaumont. Otto Klemperer war kein Mann des Wortes. Hin und wieder empfand der Dirigent jedoch das Bedürfnis, seine Gedanken über Musik zu Papier zu bringen, und selbst darin vermeidet er alles Blumige oder Feuilletonistische. Wie bei der Probenarbeit konzentrierte er sich als Schriftsteller auf Fasslichkeit, Klarheit, Kraft und Balance. Was für die literarische Arbeit gilt, gilt erst recht für die Briefe Otto Klemperers. Immer wieder sucht er dennoch den Diskurs mit Komponisten, Literaten, Künstlern und Politikern, unter ihnen Hans Pfitzner, Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter, Artur Schnabel, Alban Berg, Paul Hindemith, Arnold Schönberg, Franz Schreker, Richard Strauss, Igor Strawinsky, Alexander Zemlinsky, Konrad Adenauer, Eleanor Roosevelt, Theodor W. Adorno, Ernst Bloch, Thomas Mann und Oskar Kokoschka.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.05.2013

Die Bedenken bezüglich der "Grauzone zwischen Diskretion und Manipulation", die bei veröffentlichten Briefen betreten wird, kann diese Auswahl von Briefen des großen Dirigenten Otto Klemperer dem Rezensenten Hartmut Lück rasch zerstreuen: der Herausgeber Antony Beaumont hat "immense Zusatzarbeit" geleistet und die von Klemperers Tochter Lotte ausgewählten Briefe sorgfältigst mit Anmerkungen versehen. So erschließt sich Lück ein weniger literarischer als prägnanter Briefeschreiber, der mit seinen Ansichten zu Musikerkollegen, zum heraufziehenden Nazi-Elend, zu Israel oder auch zur Entwicklung Deutschlands in der Nachkriegszeit nicht hinter dem Berg hält. Für den Rezensenten ein nicht nur für Musikhistoriker interessantes, "zeitgeschichtlich fesselndes Werk".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.09.2012

Ein Dokument menschlicher Stärken und Schwächen sieht Jens Malte Fischer in den hier in einer Auswahl von etwa 400 Briefen publizierten Korrespondenz Otto Klemperers. Obgleich der zu Lebzeiten vielfach verkannte Dirigent und Komponist kein großer Witzemacher oder Stilist ist, ackert sich Fischer durch die große Anzahl von Briefen und erfährt über Klemperers bewegtes Emigrantenleben ebenso wie über die Umbrüche und Unruhen einer turbulenten Zeit. An wen die Briefe so gingen und ob der Band das mitteilt, verrät uns Fischer leider nicht, den Kommentar des Herausgebers Antony Beaumont lobt er allerdings als umsichtig.

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