Ein exemplarischer Fall des künstlerischen Arbeitens in Massenmedien - das Großplakat: an der Schwelle von der architektonischen zur medialen Wirklichkeit stehend, war es bisher exklusiv von Werbeästhetik bestimmt. In den letzten Jahren dringen jedoch verstärkt künstlerische Formen der Kommunikation in diesen gesellschaftlichen Raum. Die erste umfassende Publikation zum Thema stellt internationale, künstlerische Plakatprojekte der letzten Jahre in den Kontext aktueller Tendenzen und leistet somit einen Beitrag zur permanenten Debatte um Kunst außerhalb der tradierten Institutionen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.05.2000
Die SZ-Rezension beginnt mit einem kleinen Rückblick in die 60er Jahre, als die Plakatkünstler verstärkt in den Bereich des Kommerziellen eingegriffen haben. Denn, so der Rezensent Stefan Fischer, immer wieder standen Kunst und Kommerz in einem Konkurrenzverhältnis: Hat die Kunst nun mittlerweile ein ästhetisches Gegenprogramm etabliert, oder verharrt sie weiter in purer Antihaltung? Diese Frage hätte eigentlich im Sammelband von Otto Mittmansgruber und Martin Strauss eine Antwort finden sollen, meint Stefan Fischer. Aber so ganz überzeugt ist er nicht. In der Stimmenvielfalt der vielen Interviews des Bandes hebt der Rezensent besonders die Meinung von Wolfgang Ulrich hervor, der das Ganze analysiere, ohne sich im Detail zu verlieren. Dies ist nämlich der Hauptkritikpunkt am Sammelband: punktuelle Betrachtung, unzulängliche Argumentation. Immerhin biete die große Zahl der präsentierten Künstler einen ausgleich für den Mangel an Reflexion.
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