Aus dem Finnischen von Stefan Moster. Zwei Geschichten, eine Familie. Emine wächst im Jugoslawien der Achtzigerjahre auf. Mit siebzehn wird sie mit einem Mann verheiratet, dem sie vor der Hochzeit nur ein einziges Mal begegnet ist. Was als glückliche Verbindung gedacht war, wird bald zu einer aufreibenden Prüfung. Als dann in ihrem Land ein erbitterter Krieg ausbricht, flieht die junge Familie nach Finnland, wo sie mit Skepsis und Argwohn empfangen wird. Schnell verlernt Sohn Bekim die Sprache seiner Heimat, versucht sich zu integrieren, doch trotzdem wird er auch als Erwachsener ein Außenseiter bleiben. Bekim ist queer. Entfremdet von seiner Familie verbringt er die meiste Zeit allein in seiner Wohnung. Eines Tages trifft er in einer Schwulenbar eine sprechende Katze. Dieses witzige, charmante und manipulative Wesen reizt Bekim solange, bis er schließlich nachgibt, in die Geschichte seiner Familie im Kosovo eintaucht und sich den Rätseln der Vergangenheit stellt.
Rezensentin Doris Akrap warnt davor, Pajtim Statovcis Roman über eine smarte, fiese, singende Katze und die Leiden von Immigranten in Helsinki für eine Imitation von Bulgakows Märchen zu halten. Statovcis Fabel ist klug und humorvoll genug in ihrer Jonglage von Erzählformen, ihrer Plastizität des Grotesken und ihrer Darstellung zeitgenössischer, eben nicht nur immigrantischer Gefühlswelten, beteuert Akrap.
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