Ein Vermächtnis in Briefen, aus dem die väterliche Liebe in allen Schattierungen ihrer hilflosen Verantwortung spricht: Siebzig Jahre, nachdem Pali Meller die Briefe an seine 11- und 7-jährigen Kinder Paul und Barbara geschrieben hat, übergeben die Enkel diese bewegenden Zeugnisse der Öffentlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2012
Andreas Platthaus begrüßt diesen von Dorothea Zwirner herausgegebenen Band mit Briefen Pali Mellers an seine Kinder. Die sechsundzwanzig Briefen, die der jüdische Architekt 1942 und 1943 an seinen Sohn und seine Tochter aus dem Gefängnis schrieb, sind in seinen Augen ein berührendes Dokument. Wie er berichtet, hatte Meller versucht, seine jüdische Herkunft zu verschleiern, wurde denunziert und starb bereits nach acht Monaten in der Haft an Tuberkulose. Dass die Kinder Krieg und Naziherrschaft überlebten, war auch das Verdienst der Kinderfrau Franziska Schmidt. Platthaus sieht in den Briefen "schmerzensreiche Liebeserklärungen an seine Kinder" und würdigt ihre Menschlichkeit. Lobend erwähnt er auch das ausgezeichnet recherchierte Nachwort.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.04.2012
Cornelia Geißler haben die 24 Briefe und zwei Postkarten, die der wegen eines "gefälschten Herkunftsnachweises" in einem nationalsozialistischen Zuchthaus einsitzende ungarisch-jüdische Architekt Pali Meller an seine beiden Kinder geschrieben hat, sichtlich bewegt. Insbesondere wie sich der Briefeschreiber müht, seinen Kindern trotz seiner erzwungenen Abwesenheit ein guter Vater zu sein und ihnen Ratschläge fürs Leben mitzugeben, geht der Rezensentin richtig zu Herzen. So empfiehlt sie diesen Band als berührenden Beleg väterlicher "Liebe und Verantwortung".
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