Patricia Görg

Handbuch der Erfolglosen

Jahrgang zweitausendundelf
Cover: Handbuch der Erfolglosen
Berlin Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783827010827
Gebunden, 224 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Das Jahr, in dem der deutsche Ausstieg vom Ausstieg aus dem Atomausstieg beschlossen wurde, der Euro gerettet werden sollte und Nordafrika sich umkrempelte. Aufgefordert dazu, ein Tagebuch zu schreiben, notierte Patricia Görg wöchentlich die hereinflutenden Medialitäten, ergänzte sie aber um Erlebnisse mit Künsten und Wissenschaften sowie mit fast erfundenen Fallgeschichten, deren Helden, wie wir alle, letztlich erfolglos bleiben müssen

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.05.2012

Ein wahre Hymne singt der Schriftsteller Jochen Schimmang auf seine Kollegin Patricia Görg, die er für ihre kühle Klugheit ebenso bewundert wie für ihre präzise gearbeitete Prosa. Und als Kompliment verstanden wissen will er auch, dass er ihr einen bösen Blick attestiert. Ja, meint Schimmang, bissig kann sie sein, aber sie wird nie hämisch. Rezensent Schimmang erinnert noch einmal nachdrücklich an ihre früheren Büchern, an den "Glücksspagat", "Tote Bekannte" und "Meyer mit Y", bevor er zum Lobgesang auf das "Handbuch der Erfolglosen" anhebt, einem Journal, in dem Görg nicht nur die Politprominenz des Jahres 2011 in den Blick nimmt, sondern auch die beneidenswert "unkündbare Geborgenheit" eines Physikers in seiner Materie, den Comedian Olli Dittrich oder Gerhard Richters Zyklus "18. Oktober 1977". Hinreißend, findet Schimmang so viel Intelligenz.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.04.2012

Schlechterdings hingerissen ist Christoph Bartmann von Patricia Görgs "Handbuch der Erfolglosen", die aus der Auftragsarbeit, das Jahr 2011 in einem Tagebuch festzuhalten, ein originelles und überraschendes Werk gemacht hat, wie der Rezensent schwärmt. In drei Ausprägungen geht sie dem Scheitern als evolutionärem Phänomen nach, nämlich in "Kalenderwochen, Exkursen, Fallgeschichten", erklärt Barthmann Er begegnet hier bekannten Personen wie Guttenberg, Osama bin Laden oder Gaddafi wieder, begleitet die Autorin bei Ausflügen in die Hirnforschung oder misslungene Kunstprojekte oder gar zum Exoplanet RBX 2D, wo, wenn man Görg vertraut, auch nicht alles zum Besten steht. Barthmann ist von diesen intelligenten, sehr komischen und mit beißendem Spott vorgetragenen Gegenwartsbefunden begeistert. Sie erinnern ihn an Alexander Kluges jüngere Textsammlungen. Aber Görgs Geschichten findet er, wie er zugeben muss, sogar noch überzeugender, "sozusagen besser gescheitert" und so ist er richtig traurig, dass das Jahr 2011 so rasch vergangen ist.

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