Markus K. Brunnermeier, Harold James, Jean-Pierre Landau

Euro

Der Kampf der Wirtschaftskulturen
Cover: Euro
C.H. Beck Verlag, München 2018
ISBN 9783406712333
Gebunden, 525 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Thorsten Schmidt. Etliche Beobachter sind der Ansicht, dass der Euro die aktuelle Krise nicht überleben wird. Anders die Ökonomen Markus Brunnermeier und Jean-Pierre Landau, ein Deutscher und ein Franzose, sowie der britische Wirtschaftshistoriker Harold James. Sie sehen ein Kernproblem des Euro in den unterschiedlichen Wirtschaftskulturen der Euroländer, insbesondere Deutschlands und Frankreichs, die es zu überwinden gilt. Seit der Eurokrise setzen die Mitgliedsländer wieder auf nationale Lösungen, statt gemeinsame Antworten auf die europäischen Probleme zu suchen. Der Kampf der Wirtschaftskulturen ist entbrannt. Während das föderal geprägte Deutschland in der Fiskalpolitik auf starren Regeln beharrt, verlangt das zentralistische Frankreich Stimulusprogramme und eine flexible Handhabung, die den Regierungen Ermessensspielräume lässt. Dieses Buch plädiert für die Überwindung dieser Frontstellungen zugunsten einer gemeinsamen europäischen Wirtschaftskultur. Es verbindet ökonomische Analyse und ideengeschichtliche Reflexion und entwirft einen Fahrplan für Europas Zukunft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2018

Rezensent Dominik Geppert hat viel gelernt aus dieser Wirtschaftsgeschichte, in der drei Ökonomen aus verschiedenen Blickwinkeln die Finanzkrisen im Euroraum beleuchten. Dabei erklären Markus Brunnenmeier, Harold James und Jean-Pierre Landau die verschiedenen Rezepte gegen die Krisen durch die unterschiedlichen Wirtschaftskulturen, die sich im Lauf der Geschichte in Deutschland, Frankreich und den angelsächsischen Ländern herausgebildet haben. Die Deutschen setzen angesichts ihrer föderalen Geschichte auf ein festes Regelwerk und die ordoliberale Tradition macht die Haftung stark, skizziert Geppert, die Franzosen setzen auf die Handlungsfähigkeit der zentralen Exekutive und statt Haftung auf Solidarität. Bedeutend ist auch die unterschiedliche Wahrnehmung von Schulden: Während die Franzosen darin ein vorübergehendes Liquiditätsproblem sehen, das durch staatliche Intervention überwunden werden kann, sehen die Deutschen moralisches Versagen und eine Gefahr für die Solvenz. Amerikaner und Briten teilen die französische Sicht. Angenehm findet der Rezensent, dass die Autoren aus den historischen Unterschieden kein düsteres Zukunftsszenario entwickeln, sondern pragmatische Vorschläge.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.01.2018

Nikolaus Piper räumt ein, dass der von den Wirtschaftsexperten Markus K. Brunnermeier, Harold James und Jean-Pierre Landau erarbeitete Band zur Währungsproblematik in Europa keine leichte Kost ist. Fachfragen aus der Geldpolitik und der Finanzmärkte erwarten den Leser. Als einen der wichtigsten Beiträge zur Zukunft Europas empfiehlt Piper das Buch dennoch. Es zeige und erläutere nicht nur den heiklen wirtschaftspolitischen Dissens zwischen Deutschland und Frankreich, so Piper, sondern vermittle auch die Hoffnung auf eine "Union der ökonomischen Ideen".

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