Aus dem Französischen von Luise Wolf, Erik-Ernst Schwabach und Doris Heinemann. Mit Anmerkungen und einem Nachwort herausgegeben von Markus Bernauer. Paul Gauguin schrieb seine biografisch gefärbte Künstlererzählung "Noa Noa", um dem Pariser Publikum die geheimnisvolle Welt Tahitis nahezu bringen und zugleich als Schlüssel für das Verständnis seiner Malerei. Sein kühner Entwurf vom natürlichen Leben und der freien Liebe wurde überarbeitet und ergänzt vom symbolistischen Dichter Charles Morice in Frankreich und danach in Deutschland zu einem riesigen Erfolg, vor allem unter den jungen Expressionisten. Die Neuausgabe von "Noa Noa" ergänzt die berühmte erste deutsche Übersetzung um zentrale Stellen aus Gauguins Aufzeichnungen, Briefen und Interviews, in denen er sich zur Südsee und seiner Kunst äußert. Ausführliche Anmerkungen und ein Nachwort erschließen die Geschichte und den künstlerischen Zusammenhang dieser Auswahl.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.02.2015
Lothar Müller hat Paul Gauguins Erzählung "Noa Noa" als Begleittext zu einer Ausstellung seiner Bilder in Paris gelesen. Es ist ein Abgesang auf ein ursprüngliches Tahiti, das er gesucht hatte, aber nicht mehr finden konnte, weil der französische Kolonialismus es lange schon zerstört hatte. 1908 wurde die Erzählung von Paul Cassirer übersetzt, wie Müller in seiner Kurzkritik notiert, und trug erheblich dazu bei, die Sehnsucht nach "dem Wilden" auch dem deutschen Expressionismus einzuflößen. Glauben will er dem Autor und Maler jedoch nicht, wenn er behauptet: "Die Zivilisation verlässt mich allmählich."
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