Werner Hofmann

Daumier und Deutschland

Cover: Daumier und Deutschland
Deutscher Kunstverlag, Berlin 2004
ISBN 9783422064508
Kartoniert, 72 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Unter mehreren Gesichtspunkten betrachtet Werner Hofmann das Thema "Daumier und Deutschland" sowie die Frage, welche Bedeutung Daumiers Werk heute für uns hat. Gleich zu Beginn steht eine überraschende Beziehung, die Alfred Rethel als möglichen künstlerischen Anreger Honore Daumiers ausweist. Den fortwährenden Machtkampf zwischen Deutschland und Frankreich, aus dem 1870 der deutsch-französische Krieg hervorging, durchschaute Daumier als heuchlerisches Rollenspiel. In zweiten Teil seines Beitrags widmet sich Hofmann der deutschen Rezeption Daumiers. Wie viele private Sammler sahen auch die Künstler in Daumier den Kämpfer für die Unterdrückten und Ausgegrenzten. Die Kunstkritiker indes, etwa Eduard Fuchs, Julius Meier Graefe und Erich Klossowski, erinnern daran, dass Daumier darüber hinaus auch ein großer revolutionärer Maler war.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2004

"Brillant" findet Rezensent Martin Meyer diesen Essay, in dem sich der Hamburger Kunsthistoriker Werner Hofmanns dem Verhältnis des Malers, Karikaturisten und Bildhauers Honore Daumier (1808-1879) zu Deutschland widmet. So habe - auf den ersten Blick überraschend - etwa bereits Carl Spitzweg den Franzosen gekannt und bewundert. Daumier wiederum habe - auf den Spuren von Delacroix' Lithographien zu Goethes "Faust" - die Verführungen durch Mephisto auf seine Weise erläutert. Hofmann sei zudem davon überzeugt, dass Daumier Alfred Rethels Holzschnitt-Zyklus "Auch ein Totentanz" gekannt habe, schließlich habe er nun seinerseits Gemälde und Lithographien geschaffen, die um die Ambivalenzen von Masse und Macht kreisen. Meyer hebt hervor, dass Daumiers Arbeiten seit dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 den "direkten Fingerzeig auf die Gestalten und Ereignisse der Epoche" enthalten, etwa wenn er Bismarck karikierte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2004

Eine "brillante kleine Studie" sieht Henning Ritter in Werner Hofmanns Essay "Daumier und Deutschland", dessen "scheinbar abgelegenes Thema" "überraschend" ins Zentrum von Daumiers Kunst führt. Wie Ritter darlegt, kann Hofmann eine "sehr komplexe Beziehung" zwischen Daumier und Deutschland beziehungsweise der deutschen Kunst sichtbar machen: seine Kriegsblätter von 1870/71 etwa bezeugen den Hass des Künstlers auf Preußen und Deutschland, während er sich andererseits durchaus von deutscher Kunst, etwa von Alfred Rethels "Tod als Freund", beeinflussen ließ. In dieser Ambivalenz sieht Ritter dann auch das Besondere von Daumiers Schaffen. "Die Kreuzung der Anregungen eines deutschen Künstlers und eines zum Äußersten gesteigerten politischen Hasses", erklärt Ritter, "erzeugt Bilderfindungen, die ohne diese Konstellation wohl kaum entstanden wären."

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