Paul Theroux

Mein anderes Leben

Cover: Mein anderes Leben
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2000
ISBN 9783455077193
Gebunden, 560 Seiten, 25,51 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren. Paul Theroux schlüpft in diesem autobiografischen Roman in die Rolle des Ich-Erzählers und treibt ein Vexierspiel: Wo endet das Biografische? Wo beginnt die Fiktion? Die Erzählung umfasst Theroux` Leben von den sechziger bis in die neunziger Jahre - seine Reisen und Auslandsaufenthalte, seine Begegnungen und Abenteuer. Er hebt in allen Episoden den Vorhang zu seiner schriftstellerischen Arbeit, mit all der Einsamkeit, dem Glück, den Schreibhemmungen und den kostbaren Augenblicken des Gelingens. Der Gang durch sein bewegtes Leben und die Erinnerung an sein Schreiben und den intimen Umgang mit Literatur sind mit Schalk und Selbstironie erzählt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2000

Nach Georg Sütterlin betreibt Paul Theroux hier ein faszinierendes Maskenspiel mit seiner eigenen Identität. So trägt der Protagonist des Romans zwar den gleichen Namen wie der Autor, und auch etliche der Lebensstationen sind auf den ersten Blick die gleichen. In Wirklichkeit nutzt der Autor dies jedoch - wie dem Rezensenten scheint - um "Spuren" zu verwischen. `Der Mann ist erfunden, doch die Maske ist echt`, so lautet denn auch der Kommentar des Autors, was nicht unbedingt zu mehr Klarheit beiträgt. Nach Sütterlin ist das letztlich jedoch unerheblich. Denn der Faszination dieser Geschichten könne man sich als Leser kaum entziehen, nicht zuletzt aufgrund der Sprache. "Man stößt dauernd auf Sätze, die man zitieren möchte", schwärmt der Rezensent. Besonders beeindruckt hat ihn u. a. die vom Autor eingefangene Atmosphäre in Singapur, die psychologische Zeichnung der Figuren oder auch die Darstellung der verlogenen Welt des Londoner Literaturbetriebs.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.05.2000

Wie schon in seinem vorherigen Buch "Mein geheimes Leben" spielt der amerikanische Erfolgsautor Paul Theroux in seinem neuesten Roman "Mein anderes Leben" recht erfolgreich, aber zumindest ebenso eitel mit dem eigenen Bekanntheitsgrad, meint Gustav Mechlenburg in seiner Besprechung dieses jüngsten Theroux-Werkes. Solange der Ich-Erzähler von seinen literarischen Anfängen berichte, habe der Roman die für den Autor typische Leichtigkeit und Ironie, doch je bekannter er wird, "desto unerträglicher sein Auftreten". Theouroux selbst hat gesagt, zitiert Mechlenburg den Autor, es käme nicht darauf an, ob die Geschichte wirklich passiert sei, sondern ob sie gefalle - Gustav Mechlenburg hat die Pseudobiografie nur teilweise angesprochen.
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