Der Band enthält die bisher unveröffentlichten Manuskripte der Vorlesungen "Geschichtsphilosophie und Sozialpädagogik", die der Theologe und Philosoph Paul Tillich als Professor für Philosophie und Soziologie an der Universität Frankfurt a. M. im Wintersemester 1929/30 gehalten hat, sowie eine Mitschrift der Vorlesung "Geschichtsphilosophie". In beiden Vorlesungen entwickelt Tillich eine Philosophie der Begegnung. Mit ihr erschließt er ein neues Verständnis von Zeit und Geschichte, wie auch des Ich-Du-Verhältnisses und der Erziehung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2008
Friedrich Wilhelm Graf scheint den Leser der NZZ bei seiner kenntnisreichen Kritik des Bandes mit zwei Vorlesungen von Paul Tillich ein bisschen aus den Augen verloren zu haben, wenn er sich intensiv mit den geschichtsphilosophischen Positionen Tillichs auseinandersetzt und dabei mit seiner Irritation insbesondere angesichts der begrifflichen Unschärfe des Religionsphilosophen nicht hinter den Berg hält. Detailliert dröselt der Rezensent, seines Zeichens Professor für systematische Theologie und Ethik in München, Tillichs Konzept einer Geschichtsphilosophie als "Philosophie des sinnhaften Begehrens" auf und hat keine Scheu, ihm dabei auch einen falschen Gebrauch der "Heideggerschen Seins-Sprache" nachzuweisen. Zudem wirft er Tillichs Vorstellung von der "Zukunftsmächtigkeit" die Verwendung von "überkommenen eschatologischen Symbolen" vor und kanzelt ihn wegen seiner These von Außenpolitik als "sozialer Fundamentalontologie" als "Unbedingtheitskünder" ab, den er gar mit den islamistischen Gottesstaatsverfechtern auf eine Stufe stellt. Großes Lob spendet er dem Herausgeber Erdmann Sturm, der sich schon seit Jahren sehr verdienstvoll um Tillichs Schriften bemüht, und diesen Band erhellend und informativ eingeleitet sowie mit nützlichen Kommentaren versehen hat, wie Graf rühmt.
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