Aus dem Dänischen von Agelika Gundlach. Peer Hultberg, einer der großen Menschenerzähler Dänemarks, hat in zwei nahezu gleichzeitig entstandenen Büchern versucht, seiner Existenz auf den Grund zu gehen, um herauszufinden, woher er kam und wie er wurde, der er war. Das eine ist eine Selbstbiografie, die so gar nicht als der stolze Bericht über Geleistetes daherkommt, sondern gedacht und geschrieben ist als ein präzises und unerbittliches Selbstgespräch. Das adoptierte Kind gutbürgerlicher Eltern, der gute Schüler mit seinen rätselhaften Einsamkeitsgefühlen, der Heranwachsende, der seinen Körper zu begreifen versucht und merkt, dass er sich sexuell anders orientiert, als die Eltern es wollen müssen. Das zweite Buch ist ein Brief an die Mutter, der begonnen wurde auf dem Rückweg von ihrer Beerdigung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.12.2010
Peter Urban-Halle ist entsetzt von der Trostlosigkeit der von Peer Hultberg geschilderten Verhältnisse. Das soll eine Kindheit und Jugend sein? Auch mit dem Hinweis, dass Hultberg hier nicht seine leiblichen Eltern beschreibt, die das adoptierte Heimkind nicht kannte, bleiben die Kälte und die Härte, mit der in diesen autobiografischen Aufzeichnungen aus dem Nachlass des Autors mit der Vergangenheit abgerechnet wird, für den Rezensenten schockierend. Nein, Glück sieht anders aus, da ist sich Urban-Halle sicher. Dass aus Hultberg kein humoristischer Schriftsteller werden konnte, leuchtet ihm ein, ebenso der Ursprung mancher bislang dunklen Textpassage aus Hultbergs Werk. Bei allen vermuteten Übertreibungen bleibt dieses Buch gerade auch in dieser uns überlieferten unbearbeiteten Fassung für den Rezensenten ein eindrückliches Dokument einer seelischen Katharsis.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…