Eines der wichtigsten Mittel zur Machterhaltung für die kommunistische Führungsschicht in der UdSSR stellte die vollständige Kontrolle des Medienwesens dar. An zentraler Stelle stand hierbei die staatliche Zensurbehörde Glawlit. Die Zensur hatte die Aufgabe, Medieninhalte zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren sowie den Zugang zu alternativen Informationsquellen zu versperren. Daher übte Glavlit sowohl Vor- als auch Nachzensur aus, um zu unterbinden, dass der KPdSU nichtgenehme Aussagen die Öffentlichkeit erreichten. Als solche wurden Materialien eingestuft, die das marxistisch-leninistische Ideologiemonopol herausforderten oder Missstände in der sozialistischen Gesellschaft aufdeckten. Diese Studie untersucht den Systemwandel der Sowjetzensur vom Ende der Breschnew-Epoche bis zum Zusammenbruch des von den Bolschewiki geschaffenen totalitären Einparteienstaats.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.2016
Werner D'Inka macht sich keine Hoffnung nach der Lektüre von Pekka Roiskos Studie über Zensur in der UdSSR zwischen 1981 und 1991, dass es unter Putin etwa anders zugehe. Nur die Zensurbehörde Glawlit gibt es nicht mehr, meint er. Was der Autor unter schwierigen Bedingungen in den Staatsarchiven in Moskau, Kiew und Minsk recherchiert hat, lässt den Rezensenten erkennen, wie massiv die Einmischung der Behörde in das Tagesgeschäft in- und ausländischer Massenmedien war. Für D'Inka schließt die "gut lesbare" Studie eine Lücke in der westlichen Forschung, indem sie genau die inneren Mechanismen der Sowjetzensur auffächert.
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