Perikles Monioudis

Land

Roman
Cover: Land
Ammann Verlag, Zürich 2007
ISBN 9783250601128
Gebunden, 304 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Ein junger Mann, im diplomatischen Dienst der Schweiz in Berlin stationiert, macht sich auf den Weg rund ums Mittelmeer, um seinen griechischen Vorfahren nachzuspüren. Als Zuckerbäcker waren sie von Griechenland nach Alexandria in Ägypten aufgebrochen und haben dort eine in der ganzen Levante berühmte Konditorei und Zuckerbäckerei geführt. Als sie Ägypten fluchtartig verlassen mussten, kam die Familie in die Schweiz. Einzige Hinterlassenschaft des einst stolzen Backhauses ist ein Rezeptbuch, jedoch nicht materiell im Besitz der Erben. Man weiß nur darum, und man weiß auch, dass dieses Buch die geheimsten Rezepte für die Herstellung der gefragtesten Köstlichkeiten enthält...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2008

Freundlich, aber ohne jeden Überschwang schreibt Sabine Doering über den jüngsten Roman des Schweizer Autors Perikles Monioudis. Durchaus autobiografisch dabei der Migrationshintergrund des namenlos bleibenden Helden, der sich als Diplomat durch Europa bewegt. Als zweite Hauptfigur ist eine in Barcelona lebende Frau im Spiel, mit der der Held einst zusammen war. Zur Begegnung freilich kommt es nicht, wie überhaupt, so Doering doch etwas bedauernd, Monioudis auf alle Formen narrativer Schließung oder auch Spannungserzeugung demonstrativ keinen Wert legt. Auf der anderen Seite sieht die Rezensentin sehr wohl die Stärken des Autors: Seine "anspruchsvolle Ästhetik der Gleichzeitigkeit" sieht sie in Momentaufnahmen und Szenenbeschreibungen überzeugend umgesetzt. Auch dass zu dem im Roman vorgeführten Kosmopolitismus immer auch die Schilderung der Schattenseiten der bereisten Länder und Regionen gehört, verbucht Doering auf der Habenseite.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.09.2007

Von großem Respekt für das Projekt des Autors Perikles Monioudis zeugt Dorothea Dieckmanns Rezension seines neuen Romans. Was mitunter am Werk von Monioudis kritisiert werde, nämlich die Unterkühltheit seiner Prosa, die bei der Lektüre eher "Befremdung" als Nähe auslöst, sei genau das, worum es dem Autor gehe. Das werde auch in "Land" sichtbar, einem Roman, der die Darstellung des "Fremden" ausdrücklich ins Zentrum stellt. Dieses Fremde wird verkörpert im Protagonisten, der nur "der Reisende" heißt, mit dem Autor so manches gemeinsam hat, und seinem Namen als einer, der immerzu unterwegs ist und keine Heimat kennt, alle Ehre macht. Eine Gegenfigur ist seine ehemalige Geliebte, "die Botanikerin", aber aus den Verhältnissen entspinnt sich keine geradlinige Geschichte. Der Roman kreist vielmehr wie ziellos in Zeit und Raum, eine Bewegung, von der sich die Rezensentin offensichtlich hat faszinieren lassen. Ausdrücklich lobt sie "die sorgfältige Komposition und die Bedeutungsvielfalt" des Romans.

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