Peter Englund

Mord in der Sonntagsstraße

Geschichte eines Verbrechens
Cover: Mord in der Sonntagsstraße
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783737100168
Gebunden, 336 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Maike Barth. Es sollte das perfekte Verbrechen sein, und es wurde ein Mord, der ein ganzes Land erschütterte. Schweden in seinen "Wunderjahren", als alles sicher und geregelt schien, die Zukunft verheißungsvoll, blickte in einen Abgrund. Im Juli 1965 wird eine junge Frau tot in ihrem Elternhaus an der idyllischen Sonntagsstraße in Stockholm gefunden. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel. Was genau ist geschehen? Warum musste sie sterben? Und vor allem: Wer ist der Mörder? In der größten Polizeiaktion der Geschichte Schwedens gelingt es, einen jungen, Deutsch sprechenden Mann zu verhaften, der nach Schweden gekommen ist, um ein "arisches" Mädchen zu finden. Psychisch krank, aber hochintelligent, sucht er unter blonden und blauäugigen Frauen seine Opfer, die er nach einem genauen Plan perfekt töten will ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2020

Rezensent Hannes Hintermeier geht durstig aus der Lektüre von Peter Englunds Buch über den schwedischen Jahrhundertkriminalfall Kickan Granell hervor. Dass der Autor über die letzten Lebensjahre des Täters nicht informiert, scheint ihm bei all den "Leerstellen" die der Fall ohnehin aufweist, einfach zu viel. Wie Englund anhand von umfangreichen Archivrecherchen nicht nur den rätselhaften Mordfall und seine Aufklärung und mediale wie fiktive Ausschlachtung nachvollzieht, sondern auch die politische Dimension Schwedens Mitte der 1960er Jahre erfasst und alles im Stil einer historischen Reportage verarbeitet, gefällt Hintermeier ansonsten durchaus gut.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 29.05.2020

Atemlos folgt Anne Kohlick dem Historiker Peter Englund in seine Jugend in Stockholm. Was sich dort im Jahr 1965 zugetragen hat, ein realer Mordfall, dient dem Autor laut Kohlick dazu, ein sozialhistorisches Panorama Schwedens zu entfalten. Die Mischung aus True-Crime, fußnotenstarker Faktenfülle und Sozialgeschichte geht auf, versichert die Rezensentin. Das Buch spannend wie ein Thriller und informativ wie ein Sachbuch, meint sie. Verstörend findet sie die in den Text eingebetteten Zitate aus den Aufzeichnungen des Täters.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.05.2020

Rezensentin Katharina Granzin scheint gefesselt von Peter Englunds Buch, das die Rezensentin als Roman-Essay bezeichnet. Einerseits True-Crime, andererseits zeitgeschichtlich-soziologisch orientiert, bietet ihr der Text die Rekonstruktion eines aufsehenerregenden Mordfalls in Stockholm im Jahr 1965 samt schriftlich fixierter Täterfantasien sowie den Draufblick auf den größeren gesamtgesellschaftlichen Kontext. Als gruselig empfindet Granzin nicht zuletzt die Entdeckung, dass die einmontierten Texte des blutrünstigen Täters stilistisch nicht unbedingt schlechter sind als der Rest des Buches: Das Böse kann schreiben! Insgesamt spannend wie ein Krimi und aufschlussreich wie ein Zeitpanorama, findet Granzin, auch wenn am Ende jede Menge Fragen offen bleiben.
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