Darwin und Mendel gelten als herausragende Figuren der Wissenschaftsgeschichte - dabei waren sie auf ihren Gebieten "nur" Amateure, keine Berufsforscher im heutigen Sinn. Was sie antrieb, war eine unstillbare Neugier, die auch heute noch unzähligen Laien zu Eigen ist und in leidenschaftlich gepflegten Hobbys und ehrenamtlicher Forschung in vielen Problemfeldern der Zivilgesellschaft ihren Ausdruck findet. Doch Wissenschaft und Forschung gelten mittlerweile als Privileg der Profis, das oftmals lebensnähere Wirken der Laien als zweitklassig. Dabei sind ihre Leistungen bedeutsamer denn je: das Jahrhundertprojekt Wikipedia wäre ohne Citizen Science undenkbar und auch erfolgreiches bürgerschaftliches Engagement kommt ohne fundierte Sachkenntnisse nicht aus. Peter Finke legt die erste Einführung in die Ideenwelt von Citizen Science vor und lädt ein, die unterschätzte Welt der Wissensbürger zu entdecken.
Mit seiner Studie über nichtakademische Wissenschaft trifft Peter Finke einen Nerv, steht für Christiane Grefe fest. Der Konkurrenzkampf unter Universitäten und der Einfluss der Wirtschaft auf die Wissenschaften beschert der Arbeit privater Forscher und Gelehrter große Relevanz, die jedoch noch kaum angemessen erkannst wird - umso verdienstvoller erscheint der Rezensentin also dieses Buch. Da blickt Grefe auch darüber hinweg, dass es bisweilen langatmig oder ungünstig strukturiert ist. "Im Zeitalter des Copy-and-Paste" hätte sie sich zudem etwas mehr Kritik und Distanz gegenüber problematischen Formen der Privatwissenschaft gewünscht, aber insgesamt sagt der Rezensentin der Optimismus dieser Darstellung zu, und sie bleibt mit der Hoffnung zurück, die citizen science möge "Wege aus der Sackgasse der Wirklichkeit" finden.
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