Die Mommsens repräsentieren das gesamte deutsche Bürgertum des 19. und 20. Jahrhunderts. Zur Familie gehören Monarchisten und Republikaner, Konservative und Liberale, Nationalsozialisten und Widerstandskämpfer, Deutsche und Weltbürger. Sie erlebten die Geschichte nicht nur, sie gestalteten mit. Die Jahre des Nationalsozialismus spalteten die Familie tief, und es war ausgerechnet das Erbe des Großvaters, das den Streit 1948 neu entfachte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.11.2004
Stefan Rebenich macht gleich zu Beginn seiner Kritik dieser Familienbiografie der Mommsens unmissverständlich klar, dass er das Unternehmen des Autors Peter Köpf als "gescheitert" ansieht. Am Werdegang von fünf Generationen hätte sich beispielhaft die "gebildete Elite" des 19. und 20. Jahrhunderts darstellen lassen, betont der Rezensent und er macht aus seiner Enttäuschung, dass der Autor diese "Chance vertan" hat, keinen Hehl. Insbesondere "Zwischentöne" vermisst Rebenich in dieser Familiengeschichte und er wirft Köpf vor, in seiner Beurteilung der Familienmitglieder allzu pauschal in "bad guys" und "good guys" aufzuteilen, ohne nach Gründen für die unterschiedliche Haltung beispielsweise in der Nazizeit zu fragen. Dazu kommt, wie der Rezensent knallhart feststellt, dass der Autor nichts von "Sozial- und Kulturgeschichte" versteht und so seine aneinander gereihten "Zitate und Paraphrasen" aus den Quellen nicht in den historischen Kontext einzuordnen versteht. Zudem wirft er dem Autor auch noch einen "selektiven Umgang" mit dem Archivmaterial vor, weil Köpf wichtige Dokumente schlicht nicht für seine Darstellung herangezogen habe, obwohl sie leicht zugänglich gewesen wären. Mit "methodisch reflektierter Geschichtswissenschaft" hat dies nichts zu tun, wettert Rebenich, der sich statt "pikanter Details" aus der Familiengeschichte hier ein "wichtiges Kapitel deutscher Geschichte" gewünscht hätte.
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