Konsum ist schon lange nicht mehr nur eine Notwendigkeit. Zum Sommerschlussverkauf 2004 lud ein großes britisches Kaufhaus mit dem Slogan ein: "I shop, therefore I am". Menschen definieren sich nicht mehr nur über das, was sie produzieren, sondern auch über das, was sie konsumieren. Konsumentenstile werden zu Lebensstilen. Konsumentenvereinigungen und Konsumentenboykotte haben den Konsum als ein Mittel der politischen Auseinandersetzung entdeckt. Der Konsumismus scheint zur Ideologie des Zeitalters zu werden. Der vorliegende Band geht den philosophischen, wirtschaftsethischen, soziologischen, ökonomischen und politischen Dimensionen des Konsums nach. Wenn der kulturelle Zusatznutzen der Konsumgüter wichtiger wird als der materielle Nutzen dieser Güter, wird Konsum selbst zu einem kulturellen Phänomen. Die Ethik und Kultur des Konsums ist eine umfassende Frage an die Kulturwissenschaften.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 09.11.2006
Der Käufer wird nicht länger als Opfer des Konsumterrors gesehen, sondern als ein eigenmächtiger Agent, erkennt Rezensent Ludger Heidbrink nach der Lektüre des von Peter Koslowski und Birger P. Priddat herausgegebenen Aufsatzbandes über die "Ethik des Konsums". Mit spürbarem Interesse berichtet er über Beiträge, die sich dem Entwurf einer Konsumethik widmen, die den Käufer gleichzeitig glücklich machen und allgemeingültig sein soll, die Überforderung des ständig vor komplexe Entscheidungen gestellten Konsumenten konstatieren oder die Möglichkeiten des Markenkapitalismus ergründen, eine verantwortliche Verbraucherkultur herzustellen. Lesenswert, befindet der Rezensent.
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