Mit dem Rüstzeug der sozialwissenschaftlichen Theorie seziert Bauman Gegenwartsphänomene, von der Liebe in Zeiten des Internets, über Jugendmode und Arbeitsmarkt bis hin zu den wachsenden privaten und öffentlichen Schuldenbergen, und zeigt, wie der Konsumismus mit seinen Marktgesetzen alle Lebensbereiche durchdringt und die sozialen Beziehungen verändert. Doch obwohl Konsumieren - als überaus ernstes Freizeitvergnügen und als Voraussetzung für die Teilnahme an der modernen Gesellschaft - unvermeidbar erscheint, vermittelt Baumans pointierter Essay, dass der Zwang zum "Leben als Konsum" auch unterlaufen wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.12.2009
Rezensent Harry Nutt ist beeindruckt von dem "kühlen" und dabei "entspannten Blick", den der polnisch-britische Soziologe Zygmunt Bauman auf unsere moderne Lebenswelt. Das Buch liefert Nutts Darstellung zufolge einen erhellenden Einblick in den fundamentalen Wandel der westlichen Gesellschaften, als ihre Akteure von Produzenten zu Konsumenten wurden. Trotzdem sieht Bauman in dieser Entwicklung keinen "ausweglosen Mechanismus". Nutt gefällt, wie Bauman es immer wieder schafft, seine soziologische Theorie mit "aktueller Alltagswahrnehmung" zusammenzubringen, ohne Scheu vor einer möglichen "phänomenologischen Unübersichtlichkeit". Baumans Konzept geht auf und das macht ihn in Nutts Augen zu einem "bewundernswerten Gesellschaftsdiagnostiker".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2009
Rezensent Andreas Rosenfelder scheint Zygmunt Bauman, diesen "Veteran der linken Theorie" eigentlich ganz gern zu mögen, auch wenn er es für ziemlichen Quatsch hält, was er so alles in diesem Buch über die Warenwelt, das Internet, soziale Netzwerke und e-Commerce schreibt. Wir bestellen bei Amazon, weil wir fürchten, in einer realen Buchhandlung unser Begehren preiszugeben? Das, lästert Rosenfelder, ist "Psycho-Romantik für Oberseminare oder Chabrol-Filme". Aber tatsächlich trifft Bauman einen wahren Kern, meint der Rezensent: Nämlich wenn er beschreibt, dass soziale Netzwerke alles andere als soziale Netzwerke sind. Sie sind Märkte, in denen man sich selbst als exklusive Ware anpreist, obwohl man doch Masse ist.
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