Auf der Agenda der Kulturkritik nimmt der Konsum wieder einen Spitzenplatz ein: Ich konsumiere, also bin ich. Was für ein Bild vom Menschen, diesem wunschlos unglücklichen Wesen!? Manchmal hat man tatsächlich den Eindruck, zum Konsum sei alles gesagt: Lieber reich und gesund, als arm und krank. Auch der Ansatz von Alexander Meschnig und Mathias Stuhr ist konsum-kritisch. Aber die Autoren machen gleichzeitig deutlich, wie paradox diese Haltung ist, angesichts der Tatsache, in welcher tiefen Dimension Konsum unser Leben bestimmt. Deshalb beschreiben sie zunächst einmal Felder des Konsums: Politik, Produktion, Religion, Identitäten, Marken, Unternehmen, Räume, Kultur, Werbemedien. So wird das Buch zu einer Dechiffrierhilfe: Wie wird Konsumverhalten gesteuert? Wie werde ich als Kunde angesprochen? Wunschlos unglücklich ist ein Handbuch, das alles über Konsum weiß.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.05.2005
Mit mildem Spott begegnet Jens Bisky diesem Produkt, das der Markt für Marktkritiker bereithält. Für Alexander Meschnig und Mathias Stuhr sind wir alle unglücklich, undzwar nicht, weil unsere Wünsche unerfüllbar wären, sondern im Gegenteil: Weil wir keine eigenen Wünsche mehr entwickeln könnten. Denn wir sind ja keine Individuen mehr, sondern nur noch Konsumenten. Es gibt kein Entrinnen. Selbst kritische Konsumenten müssen ihre Kritik über den Konsum behaupten, womit uns das perfide System korrumpiert und zu Mittätern gemacht hat. Nein, meint Bisky, mit dieser Form der Kritik kommt man nicht weiter, die beiden Autoren universalisieren und radikalisieren, wo doch gerade der Markt, bei allem, was man an ihm aussetzen kann, eines gewiss nicht ist: totalitär.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.03.2005
Fair gehandelten Kaffee trinken wir zwar mit besserem Gewissen, ändern aber dadurch keine "grundsätzlichen" Probleme. Das ist die zentrale These von Alexander Meschnigs und Mathias Stuhrs neuem Buch, durch das sich Rezensentin Karin Ceballos Betancur "rund informiert" und "nachdenklich gestimmt" fühlt. Die beiden Autoren diskutieren westliches Konsumverhalten und gehen dabei "über das Bekannte" hinaus. Wo früher die "finsteren Machenschaften" der Großkonzerne aufgezeigt werden sollten, stellen die Autoren in diesem Buch die Frage, warum Menschen immer wieder in die "Fallen" der Werbeagenturen tappen. Kritisch bemerkt die Rezensentin, dass der "übergeordnete" politische und wirtschaftliche Kontext erst am Ende des Buchs angesprochen wird, so als hätten sich die Autoren "das Beste für den Schluss aufgehoben". Dafür findet sie es "mehr als erfreulich", dass Meschnig und Stuhr sich "pseudo-wirksame" Lösungsvorschläge verkneifen.
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