Wenn ein neues Smartphone auf den Markt kommt, bilden sich frühmorgens Schlangen vor den palastartigen Shops. Das zeigt, dass es heute nicht nur um den Gebrauchswert einer Ware geht (dass man mit einem solchen Gerät telefonieren oder im Internet surfen kann), sondern auch um das, was Gernot Böhme als ihren 'Inszenierungswert' bezeichnet. Die Inszenierung von Produkten und Lebensstilen ist ein zentrales Merkmal des ästhetischen Kapitalismus, dessen Erscheinungsformen Böhme nachspürt. Indem er sich mit der Ideologie des Wachstums, der Soundlandschaft in Shoppingcentern und dem Zusammenhang von Leistungsideologie und Konsum befasst, leistet er einen Beitrag zu einer Rekonstruktion und Erweiterung der Theorie der Kulturindustrie auf den Bereich des Wirtschaftslebens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2016
Nur wenige Worte verliert der hier rezensierende Germanist Jochen Hörisch über Gernot Böhmes Essayband, den er zusammen mit Michael Hutters Studie "Ernste Spiele" bespricht. Die Ästhetisierung des Kapitalismus in Gestalt von "Gläsernen Manufakturen" oder superschicken Einkaufmalls werde hier reflektiert. Leicht süffisant klingt Hörischs Lob, dass man hier nochmal die gesammelten Thesen zur Kulturindustrie von Adorno bis Baudrillard besichtigen könne. Scheint ein bisschen retro zu sein.
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