Gerhard Graf von Schwerin war Freikorpskämpfer und Putschist, diente in der Reichswehr und der Wehrmacht, erhielt höchste Auszeichnungen und brachte es zum General der Panzertruppe. Gleichzeitig geriet er immer wieder mit seinen Vorgesetzten aneinander und hatte Kontakte zu Angehörigen des militärischen Widerstands gegen Hitler.
Seine Kooperation mit den Westalliierten während der Kriegsgefangenschaft fiel nach 1945 immer wieder auf ihn zurück. Machte sie ihn zunächst zu einem Vordenker der militärischen Westintegration und zum ersten Sicherheitsberater Konrad Adenauers, wurde sie später zum Stolperstein für Schwerins Ambitionen in der Bundeswehr.
Unter Auswertung einer breiten Quellenbasis schildert Peter M. Quadflieg die Karrierepfade dieses Generals, Lobbyisten verschiedener Rüstungsunternehmen, V-Manns der CIA, Vertrauten von Franz Josef Strauß und FDP-Beraters.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2016
Eckart Conze erkennt eine paradigmatische Geschichte, wenn Peter M. Quadflieg sich intensiv mit der Biografie Gerhard Graf von Schwerins vor 1945 auseinandersetzt, mit der Konstruktion einer Biografie durch Schwerin, seinen Motiven und Wirkungen nach '45. Dass der Verfasser wenig über die Beteiligung Schwerins an Kriegsverbrechen in Russland sagt, fällt Conze auf. Mehr aber interessiert ihn die "Neubewertung" einer Biografie als Konstrukt. Wie Schwerin erst militärisch Karriere machte und sich dann, nach Ausbleiben einer Übernahme in die Bundeswehr, als Widerständler inszenierte, kann der Autor Conze gut nachvollziehbar machen.
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