Moltke, Schlieffen, Seeckt, Manstein, Heusinger: Sie stehen beispielhaft für die Entwicklung des operativen Denkens im deutschen Heer von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts - von den deutschen Einigungskriegen über das Zeitalter der Weltkriege bis zum Kalten Krieg, von der Armee Preußens bis zur Bundeswehr. In einem Überblick führt der Potsdamer Militärhistoriker Gerhard P. Groß durch Kontinuität und Wandel des operativen Denkens in fünf deutschen Armeen. Er beschränkt sich nicht auf die rein militärische Perspektive, sondern stellt die Vorstellungen und Planungen seiner Protagonisten überzeugend in das politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Umfeld ihrer Zeit. Und er rückt lieb gewordene Mythen der deutschen Generalität und des deutschen Generalstabs in ein neues, kritisches Licht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2013
Das Buch empfiehlt Klaus Naumann all denjenigen als Anregung, die sich mit Sicherheitspolitik befassen. Zu lernen ist laut Rezensent vom Militärhistoriker Gerhard Groß Historisches zum Thema operatives Denken im deutschen Heer von Moltke bis Heusinger. Wie der Autor nüchtern, basierend auf sachkundiger Recherche und mit klarer Gliederung unterschiedliche Phasen der deutschen Militärgeschichte entlang vierer Kriege auf Mythen hin abklopft, den Primat der Politik gegenüber der Taktik nachweist und einmal mehr die Mär von der "sauberen" Wehrmacht widerlegt, hat Naumann beeindruckt.
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