Peter Michalzik

Unseld

Eine Biografie
Cover: Unseld
Karl Blessing Verlag, München 2002
ISBN 9783896671547
Gebunden, 400 Seiten, 23,90 EUR

Klappentext

Siegfried Unseld, ohne Zweifel der bedeutendste Verleger der Bundesrepublik, ist eine Figur von antiker Wucht. Als Eigentümer des Frankfurter Suhrkamp Verlags, als Freund und Förderer großer deutscher Autoren prägt er seit Jahrzehnten das Geistesleben in Deutschland. Er, der letzte Verleger alten Typs, der persönlich für sein Programm mit hohem kulturellen, ästhetischen und intellektuellen Anspruch einsteht, ist ein Herrscher mit allen - positiven wie negativen - Zügen eines Patriarchen. Peter Michalzik zeigt den erfolgreichen Verleger als schillernde Persönlichkeit voller Widersprüche.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2002

Eine gehörige Portion Respektlosigkeit und eine Spur Renegatentum bescheinigt Joachim Güntner dem Autor der "Unseld"-Biographie Peter Michalzik. Michalzik, einst ein gläubiger "Suhrkamp-Jünger" und jetzt Journalist von Beruf, setze dem umtriebigen Verleger kein Denkmal, schreibt der Rezensent, sondern betreibe dessen "Banalisierung". Zwar gestehe er ihm viel Elan, fachliche Kompetenz und auch Aufgeschlossenheit zu, lasse aber zugleich durchblicken, dass Unseld das intellektuelle Format eines Visionärs fehle. Güntner meint hinter bestimmten Formulierungen eine Aggressivität des Autors gegenüber Unseld zu spüren. Ebenso problematisch findet er die irreführender Weise als Selbstgespräche Unselds bezeichneten Prologe des Autors zu den einzelnen Kapiteln. Sie seien in Wirklichkeit pure Fiktion und hätten ja auch bereits zu einer vorab veröffentlichten Beanstandungsliste des Suhrkamp-Verlags geführt. Tatsächlich lassen sich, so Güntner, Michalzik viele Schlampereien nachweisen. Andererseits seien viele der aufgeführten Errata "Erbsenzählerei", gehe es doch im Falle Unseld klar um Firmenpolitik und die Frage der ungeklärten Nachfolge.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2002

Vollkommen misslungen findet Frank Schirrmacher Peter Michalziks Biografie des Suhrkamp-Verlegers Siegfried Unseld. Noch vor der Veröffentlichung des Buches ließ der Suhrkamp Verlag Medien und Verlagen eine umfangreiche Liste mit größeren und kleineren Fehlern zukommen, berichtet Schirrmacher, "die im Kern einen desaströsen Eindruck von dem Werk vermitteln". Tatsächlich finden sich unter der "flotten Handschrift" so viele "Lücken und Abgründe", dass sich Schirrmacher die Frage stellt, was den intellektuell ausgewiesenen Journalisten Peter Michalzik so in die Irre geführt haben mag. Statt beispielsweise über die wichtige und spannende Zusammenarbeit von Unseld mit Marcel Reich-Ranicki zu berichten, kritisiert Schirrmacher, lässt sich Michalzik über die recht uninteressante Zusammenarbeit zwischen Unseld und seinem Lektor Raimund Fellinger aus. So sieht keine Biografie für Leser aus, urteilt Schirrmacher. Und nicht einmal ein Buch für die Suhrkamp-Mitarbeiter, finden sich doch bei Michalziks Beurteilung der rechtlichen Konstruktion des Verlags Fehler, die der Rezensent nur noch "grotesk" nennen mag. Auch diese Negativ-Bewertung wird noch überboten: Die Irrtümer bei der Charakterisierung von Personen und ihren Rollen bei Suhrkamp, beispielsweise Michalziks Einschätzung von Unselds Anwalt Heinrich Lübbert oder der Schriftstellerin Ulla Berkéwicz, Unselds Ehefrau, hält Schirrmacher schlicht für "töricht". Insgesamt wird dieses Buch dem Leben des Suhrkamp-Verlegers in keiner Weise gerecht, resümiert Schirrmacher, "Unselds Leben ist groß und stark; es sprengt jeden Satz dieser Biografie".
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