Wenn Rosei in seinen Prosastücken - die Grenzen zum Essay sind fließend - von der Reise spricht, dann meint das einen existenziellen Zustand, eine Befindlichkeit, die mit Risiko, Veränderung, Neugier auf Unbekanntes und höchster Intensität zu tun hat. Reisen durch Russland, durch Transsilvanien, durch Kreta veranschaulichen sein Programm: punktgenaue Impressionen von scharfem Verstand und hellster Sehnsucht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2003
Angesichts des Potenzials, das Peter Rosei in Teilen seines Buches durchscheinen lässt, ist der mit "kos" zeichnende Rezensent doch einigermaßen enttäuscht vom Rest. Dabei schien ihm alles so vielversprechend. Die Reihe "Essays" des Droschl-Verlags biete auch Autoren und Texten abseits jeder Norm ein Forum, und eigentlich sei auch Rosei dort gut aufgehoben, der es verstehe "höchst atmosphärische Feuilletons" zu schreiben, zurückhaltend in der Sprache, genau, aber nicht faktenüberladen. Dennoch lege er diese Fähigkeiten nur im kleinsten Teil seines Buches an den Tag. Der Großteil jedoch sei bestimmt von viel Wissen und wenig Temperament.
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