Vierzig Jahre nach Wolfgang Weischedels "Philosophischer Hintertreppe" präsentiert Peter Sloterdijk philosophische Temperamente von Platon bis Foucault und öffnet damit einen neuen Zugang zu den Meisterdenkern des Abendlands. Seine Toasts auf die zwanzig bedeutendsten Köpfe der Geistesgeschichte sind die perfekte philosophische Einstiegsdroge.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2009
Neunzehn Philosophen-Porträts von Platon bis Foucault enthält dieser Band, die Peter Sloterdijk allesamt als Einleitungen für die Reihe "Philosophie jetzt!" verfasst hat. Und auch wenn Rezensent Jens-Christian Rabe gegen eine solche Auswahl ebenso etwas einwenden könnte wie gegen ihren subjektiven bekenntnishaften Zug, tut er es nicht. Er will es auch gar nicht. Denn wie wäre Philsophiegeschichte langweiliger als ausgewogen, objektiv und unpointiert? Hier erlebt Rabe den Philosophen Sloterdijk nicht nur als "lustigen und wortgewaltigen" Theoretiker, sondern als so originellen Denker, dass diese Auseinandersetzungen durchaus das Zeug zu philosophischen Primärtexten haben. Für Rabe ein Glück inmitten konventioneller Philosophiegeschichten.
Dieses Buch sei eine Übersetzung der Philosophiegeschichte in Peter Sloterdijks eigenes Vokabular, meint Rezensent Ijoma Mangold, weshalb dieser kleine Band aus seiner Sicht mehr über seinen Autor als über seine Gegenstände verrät. Mangolds Informationen zufolge besteht die Publikation aus neunzehn Vorworten, die Sloterdijk für eine, von ihm herausgegebene Bibliothek philosophischer Primärtexte geschrieben habe. Doch würden hier von Platon bis Foucault große Figuren der Philosophiegeschichte aus "dem Blickpunkt ihres hitzigen Getriebenseins" betrachtet, wodurch sich für den Kritiker "en passant" dann auch ein Bild von Sloterdijks eigenem, den toten Buchstaben fürchtenden Temperament zusammensetzt. Vergnügen hatte Mangold augenscheinlich auch an Sloterdijks sehr persönlichen Auseinandersetzungen mit den jeweiligen Denkern, mit dem "furchtbaren Bischof" Augustinus oder Sartre, der alle Bindungen ausgeschlagen und sich über dem Abgrund der Freiheit neu erfunden habe - und dem, so Mangold, Sloterdijks "verliebtestes Porträt" gewidmet sei.
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