Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.04.2000
Indira Gurbaxani stimmt mit den meisten Thesen Thuys überein, von denen sie die wichtigsten in ihrer Rezension kurz vorstellt. Besonders bedeutend erscheint ihr die These, dass das "Denken in ökonomischen Ordnungen" bei der Interpretation des Sozialstaatsprinzips gegenüber gesellschaftspolitischen und soziologischen Aspekten gemeinhin zu wenig berücksichtigt wird. Ihrer Ansicht nach hätte der Autor zwar nicht unbedingt die Grundzüge der Sozialen Marktwirtschaft mit solch großer Ausführlichkeit abhandeln müssen. Wichtig erscheint ihr jedoch, dass Thuy dezidiert darauf eingeht, inwiefern die Soziale Marktwirtschaft eigentlich "sozialen Fortschritt durch marktwirtschaftliche Aktivitäten" erreichen sollte. Darüber hinaus weise der Autor nach, dass es keineswegs der "Leistungsmissbrauch" ist, der zur Krise des Sozialstaats geführt habe, sondern dass der Missbrauch vielmehr in der Entfernung des Sozialstaats von "marktwirtschaftlichen Prizipien" begründet sei. Auch einen Lösungsansatz biete Thuy, der jedoch - wie die Rezensentin zustimmend anmerkt - ein Umdenken in der Wirtschafts- und Sozialpolitik für unerläßlich hält.
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