Peter Wawerzinek

Schluckspecht

Roman
Cover: Schluckspecht
Galiani Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783869710846
Gebunden, 464 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Mit dem fröhlichen Egészségdre Palinka von Tante Luci fing es an, mit dem Schnüffeln am Rumtopf ging es weiter. Und dann folgten Eierlikör, die selbstgebraute "Schwarze Johanna", fröhliche Trinkrunden mit Freunden, Mutproben, Überbietungswettbewerbe, die Unsicherheiten der Adoleszenz, Bier, Wein, ein wildes Leben für die Kunst, Frauen, Feiern, Probleme, Abstürze, Weinbrand, Goldbrand, Schnaps. Der Weltschmerz des von den Eltern verstoßenen Helden und der Versuch, ihn zu vergessen, führen in eine unglaubliche Nachtfahrt bis in die Abgründe des Exzesses. Auf seinem Weg trifft er weitere Zechkumpane, Saufausse, Co-Trinker und andere Verdammte. Doch wie der Autor Peter Wawerzinek einst selbst, schafft es auch seine Romanfigur, sich auf fast mirakulöse Art und Weise am eigenen Schopf aus dem Sumpf des Alkohols zu ziehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2014

Gut, dass es am Ende den Arzt gibt, findet Wiebke Porombka. Sie hat Peter Wawerzineks nah am Leben erzählten Roman halb schwindelig und belustigt über die Abstürze des Ich-Erzählers und seine Sprachkapriolen (aus "Rumtopfmädel" wird "Brummkopfschädel") gelesen, halb betrübt angesichts der geschilderten Selbstzerstörung und des traurig-ironischen Duktus des Textes. Was die Rezensentin in jedem Fall zu schätzen weiß: Dass der Autor einmal mehr seine eigene Biografie (diesmal: als Alkoholiker) in Literatur verwandelt hat, poetisch und schillernd.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.04.2014

Daniel Schreiber bespricht zwei Romane, die sich die Abhängigkeit zum Thema gemacht haben: "Schluckspecht" von Peter Wawerzinek und "Sucht" von Simon Borowiak sind beide autobiografisch inspiriert, weiß der Rezensent, beide Autoren haben ihre Erfahrungen mit Alkoholismus, Entzug und Rückfällen gemacht - und beiden gebührt jetzt großes Lob dafür, dass sie literarisch spürbar gemacht haben, wie wenig man Sucht als Krankheit unterschätzen darf, so Schreiber. Wawerzinek hat vor allem seine eigene "Trinkerbiografie" geschrieben, die mit den selbst gemachten Likören seiner Tante begann und ihn schließlich in die Entzugsklinik brachte, berichtet der Rezensent. Trinken tut Wawerzinek immer noch, verrät Schreiber, aber er trinkt entschieden weniger und hofft, es irgendwann ganz bleiben zu lassen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.03.2014

Einen großartigen Trinkerroman hat Peter Wawerzinek da geschrieben, findet Rezensentin Anja Maier, eine "kritische Würdigung des Alkoholismus" mit dem äußerst passenden Titel "Schluckspecht", berichtet die Rezensentin. Vom ersten Glas Kirschlikör mit Nussgeschmack bis in die Reha hinterm Deich führt der Weg von Wawerzineks Protagonisten, hinter dem sich eigentlich der Autor selbst verbirgt, verrät Maier. Denn die allermeisten Geschichten vom "Saufen im Sozialismus", von Eckkneipen und "Kotrinkern" hat der Autor selbst erlebt, weiß die Rezensentin. So gelungen kann vielleicht nur einer über Alkohol schreiben, der ihm selbst verfallen war, vermutet Maier.

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