Die Verfassung ist am Ende des 20. Jahrhunderts auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung angekommen. Der Konstitutionalismus hat sich weltweit durchgesetzt, es gibt heute kaum noch Staaten ohne Verfassung. Gleichzeitig machen sich aber Erosionserscheinungen bemerkbar. Die Verfassung sieht sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die bei ihrer Entstehung noch nicht vorhersehbar waren. Während die inneren Erosionen Gegenstand von "Die Zukunft der Verfassung" waren, haben sich die äußeren, die ihre Ursache in der Europäisierung und Globalisierung haben, in jüngster Zeit in den Vordergrund geschoben. Öffentliche Gewalt wird auch von internationalen Organisationen ausgeübt. Was bleibt unter diesen Umständen von der Staatsverfassung? Lassen sich Verfassungen auf internationaler Ebene denken? Das sind die Fragen, die in diesem Band erörtert werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2013
Klar, weit und entschieden blickt der Autor in die Zukunft der Verfassung. Für Oliver Lepsius ein Segen, wenn Dieter Grimm, Verfassungsrechtler und Verfassungsrichter, etwa die Rolle des Europäischen Gerichtshofs kritisiert. Oder nüchtern unterschiedliche europäische Verfassungsbegriffe herausarbeitet. Oder gänzlich ohne Larmoyanz angesichts des untergehenden Staates Globalisierung über den Verfassungsbegriff angeht. Dass die im Band enthaltenenTexte mitunter schon vier Jahre alt sind, stört Lepsius nicht.
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