Metropol Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783863318437 Gebunden, 720 Seiten, 39,00
EUR
Klappentext
Als Hildegard Hamm-Brücher Ende 2016 starb, galt sie als Grande Dame und moralische Instanz der Bundesrepublik, die als mutige Einzelkämpferin für viele Frauen und Männer zum Vorbild geworden war. Die Tochter aus großbürgerlichem Haus, die während der NS-Diktatur als "Halbjüdin" unter wachsender Ausgrenzung litt, agierte nach 1945 in einer von Männern dominierten Politik, in der sie sich als Verfechterin einer grundlegenden Bildungsreform, einer innovativen Auswärtigen Kulturpolitik sowie als Kritikerin der herrschenden politischen Kultur und Parteiendemokratie einen Namen machte. Petra Weber bringt uns in ihrer Biographie eine liberale Politikerin nahe, die für eine lebendige Demokratie und Zivilgesellschaft eintrat, charmant und liebenswürdig sein konnte, aber auch zornig, wenn sie ihre politischen Ziele in Gefahr sah.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.05.2026
Rezensent Tanjev Schultz liest mit der Biografie der Historikerin Petra Weber ein gründlich recherchiertes Buch über eine beeindruckende Frau: Hildegard Hamm-Brücher, streitbare, integre, elegante FDP-Politikerin und "Anwältin des politischen Anstands" über Parteigrenzen hinweg. Fünfundneunzig Jahre alt ist sie geworden, ein langes und bewegtes Leben, das viel Anlass bietet für diesen umfangreichen Band, findet Schultz. Hamm-Brüchers Studium noch in der NS-Zeit, als "Halbjüdin" protegiert von ihrem Professor, wird ebenso behandelt wie ihre politischen Stationen als Stadträtin in München oder als Staatssekretärin im hessischen Kultusministerium. Ihr gesamtes Leben lang hat sie sich gegen Rechts eingesetzt, wegen Jürgen Möllemann ist sie in den 2000ern sogar aus der FDP ausgetreten, lesen wir. Ihre Initiativen waren nicht immer von Erfolg gekrönt, aber sie verstand es, sich parteiunabhängig Freunde wie Feinde zu machen, davon berichtet Weber dem Kritiker zufolge eher nüchtern, jedoch mit einem Blick für größere gesellschaftliche Entwicklungen. Eine Politikerin wie sie bräuchte es heute wieder dringend, resümiert er.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…