Philip Roth

Mein Mann, der Kommunist

Roman
Cover: Mein Mann, der Kommunist
Carl Hanser Verlag, München 1999
ISBN 9783446197855
Gebunden, 376 Seiten, 23,01 EUR

Klappentext

Ira Ringold aus Newark ist Weltkriegsveteran, ehemaliger Minenarbeiter und Idealist mit kommunistischer Überzeugung. Als er zum Radio-Star avanciert, heiratet er in den 50er Jahren die einstige Hollywooddiva Eve Frame. Was für das Publikum wie die perfekte romantische Verbindung zweier Publikumslieblinge aussieht, ist in Wirklichkeit eine Ehehölle, die sich in der bedrohlichen Atmosphäre von Joseph McCarthys Amerika zu einer nicht enden wollenden privaten und beruflichen Tragödie auswächst.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.1999

Hier schreibt ein Fan. Deshalb ist Jochen Jung ziemlich dankbar, dass Roth nicht nur gleichbleibend gut schreibt, sondern auch viel. Weil es laut Jung gar nicht wichtig ist, was und worüber Roth schreibt, hält er sich auch nicht lange mit der Nacherzählung auf: "Es ist vielmehr der Fluss, das Crescendo und Decrescendo, das Dahingehen und Nichtaufhören, das Reden, Reden, Reden." Jungs Urteil ist in seiner Besprechung zugleich Programm. So lässt er die Figuren des Romans kurz aufleben, zitiert schlechte Passagen, erwähnt kurz Mc Carthy und die Kommunisten und kommt über die besten Stellen des Buchs zu der geschiedenen Ehe von Philip Roth. Jungs verspielte, enthusiastische Kritik gipfelt in der Würdigung von Roth als "Großes Amerikanisches Erzählschwein".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999

Philip Roth rechnet in diesem Roman mit seiner Exfrau Claire Bloom ab, die ihn vor zwei Jahren in einem Buch als "Chauvinisten und skrupellosen Machtmenschen" vorgeführt hat. Daß er seine Geschichte gleichzeitig mit der hysterischen Kommunistenjagd McCarthys in den 50er Jahren verquickt, als wolle er eine private Abrechnung mittels eines politisch brisanten Themas sozusagen adeln, haben einige amerikanische Rezensenten dem Autor schwer verübelt. Ulrich Raulff von der FAZ gehört nicht dazu. Diese Verquickung hält er bei dem Thema für folgerichtig: "Philip Roth hat keinen sauberen Roman über eine unsaubere Zeit geschrieben". Auch sei der Autor immerhin seit Jahrzehnten dafür bekannt, daß er mit "notorischer Leichtfüßigkeit" auf der Grenze von Fiktion und Autobiographie tanze. Raulff interpretiert den Roman vor allem als Dokument eines "zornigen Juden" - eine Spezies, die erstmals in Amerika auftauchte. Roth versprühe nicht mehr so oft den schnellen, giftigen Witz, der ihn früher so unwiderstehlich gemacht habe. Böser sei er geworden, älter und zynischer. Das macht ihn vielleicht manchmal etwas zu moralisch, aber "unter den zornigen Alten" sei er ja noch recht jung.

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