Wie wütend macht es Sie, dass Sie zu viel arbeiten? Und wie viel Wut ist in einem, der trotz aller Bemühungen keine Arbeit findet? Zwischen beiden Formen von Arbeitswut gibt es einen Zusammenhang: Je mehr die einen arbeiten, umso weniger Arbeit bleibt für die anderen. Stetig wachsende Produktivität, längere Arbeitszeiten und Vollbeschäftigung sind einfach unvereinbar. Nicht die Faulheit der Arbeitslosen ist das Problem, sondern die weit über die eigenen Konsumbedürfnisse hinausgehende Arbeitswut der großen Mehrheit. Arbeit und Konsum müssen wieder in Einklang gebracht werden. Deshalb kann es nicht darum gehen, die Faulen zur Arbeit zu zwingen, sondern die "Normalen" aus den Sachzwängen zu befreien, zu viel zu arbeiten. "Arbeitswut" zeigt auch, wie man sich ganz praktisch von der Wut befreien kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008
Zustimmend hat Rezensent Dirk Schümer dieses Buch über "Arbeitswut" gelesen. Er schätzt die glasklaren Analysen und klugen Argumente der Autoren. Überzeugend zeigen sie seines Erachtens, dass es nicht zu wenig Arbeit gibt, sondern die Arbeit ungerecht verteilt ist: die einen schuften mehr oder weniger freiwillig viel zu viel, während die anderen gerne überhaupt arbeiten möchten. Deutlich wird für ihn die Unvereinbarkeit von wachsender Produktivität, längerer Arbeitszeiten und Vollbeschäftigung. Er sieht die Autoren in der Tradition amerikanischer Soziologen wie Richard Sennett, die ein desillusionierendes Bild von der Entfremdung im totalen Kapitalismus gezeichnet haben. Während er den Diagnosen der Autoren nur beipflichten kann, scheint Schümer im Blick auf die mögliche Lösung der Probleme pessimistischer als diese, wenn er am Ende seiner Besprechung die Frage aufwirft: "Hat unsere Zivilisation gegen die neofeudale Profitstruktur des Weltmarkts überhaupt noch eine Chance?"
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