Philipp Löpfe, Werner Vontobel

Arbeitswut

Warum es sich nicht lohnt, sich abzuhetzen und gegenseitig die Jobs abzujagen
Cover: Arbeitswut
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783593385662
Broschiert, 170 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Wie wütend macht es Sie, dass Sie zu viel arbeiten? Und wie viel Wut ist in einem, der trotz aller Bemühungen keine Arbeit findet? Zwischen beiden Formen von Arbeitswut gibt es einen Zusammenhang: Je mehr die einen arbeiten, umso weniger Arbeit bleibt für die anderen. Stetig wachsende Produktivität, längere Arbeitszeiten und Vollbeschäftigung sind einfach unvereinbar. Nicht die Faulheit der Arbeitslosen ist das Problem, sondern die weit über die eigenen Konsumbedürfnisse hinausgehende Arbeitswut der großen Mehrheit. Arbeit und Konsum müssen wieder in Einklang gebracht werden. Deshalb kann es nicht darum gehen, die Faulen zur Arbeit zu zwingen, sondern die "Normalen" aus den Sachzwängen zu befreien, zu viel zu arbeiten. "Arbeitswut" zeigt auch, wie man sich ganz praktisch von der Wut befreien kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008

Zustimmend hat Rezensent Dirk Schümer dieses Buch über "Arbeitswut" gelesen. Er schätzt die glasklaren Analysen und klugen Argumente der Autoren. Überzeugend zeigen sie seines Erachtens, dass es nicht zu wenig Arbeit gibt, sondern die Arbeit ungerecht verteilt ist: die einen schuften mehr oder weniger freiwillig viel zu viel, während die anderen gerne überhaupt arbeiten möchten. Deutlich wird für ihn die Unvereinbarkeit von wachsender Produktivität, längerer Arbeitszeiten und Vollbeschäftigung. Er sieht die Autoren in der Tradition amerikanischer Soziologen wie Richard Sennett, die ein desillusionierendes Bild von der Entfremdung im totalen Kapitalismus gezeichnet haben. Während er den Diagnosen der Autoren nur beipflichten kann, scheint Schümer im Blick auf die mögliche Lösung der Probleme pessimistischer als diese, wenn er am Ende seiner Besprechung die Frage aufwirft: "Hat unsere Zivilisation gegen die neofeudale Profitstruktur des Weltmarkts überhaupt noch eine Chance?"
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Stichwörter

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…