Aus dem Französischen von Christiane Seiler. Monsieur Linh ist der Einzige, der weiß, dass er so heißt: Alle anderen, die seinen Namen kannten, sind tot. Nur er und seine kleine Enkelin, gerade ein paar Wochen alt, haben den Bombenangriff auf ihr Heimatdorf überlebt. Monsieur Linh flieht und gelangt nach langer Reise in eine kalte, verregnete Stadt, deren Namen er nicht aussprechen kann. In dem Flüchtlingswohnheim fühlt er sich einsam und verloren. Kraft geben ihm nur sein kleines Mädchen und der dicke Monsieur Bark, den er auf einem seiner Spaziergänge durch die fremde Stadt kennen gelernt hat. Der eine versteht die Sprache des anderen nicht, und so erzählen die beiden sich ohne Worte von Glück, Trauer, Sehnsucht und Hoffnung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2006
Sehr rund, wenn nicht gar allzu rund, findet der Rezensent Joseph Hanimann diesen parabelhaften Roman, den er allerdings eher unter der Bezeichnung "Erzählung" verbuchen würde. Im Zentrum stehen Monsieur Linh aus dem fernen Osten und das Bündel, das er unter dem Arm trägt, das Mädchen Sang Diu. Sie haben, in der Fremde, einander und brauchen, im Flüchtlingsheim untergebracht, einander. Ja, der alte Mann ist auf das stets stille Wesen in seinen Armen vielleicht noch mehr angewiesen als das Mädchen auf ihn, meint der Rezensent. Das mache der deutsche Titel so überdeutlich wie es auch im Roman selbst sich darstellt. Es scheint nicht so, dass dem Rezensenten, der die Handlung recht ausführlich nacherzählt, das Buch nicht gefallen hat. Er vermisst nur die "narrativen Fremdkörper", die Ambivalenz und Spannung in eine Parabel brächten, die so eben allzu glatt aufgeht.
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