Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki. Der italienische Starautor Andrea Camilleri legt nach: Eine Satire über die grotesken Züge der Kleinbürgerwelt und die Bigotterie eines kleinen italienischen Ortes im Faschismus.
11. Juni 1940. Michele Ragusano betritt das Haus des faschistischen Vereins, in dem er einst Mitglied war. Der Empfang fällt frostig aus: Ragusano war zuvor wegen "systematischer Diffamierung des ruhmreichen faschistischen Regimes" zu fünf Jahren Verbannung verurteilt worden. Prompt gerät er mit Persico aneinander, einem glühenden Faschisten, der zusammenbricht und einen tödlichen Schlaganfall erleidet.
Persico wird feierlich begraben. Er wird als Märtyrer des Faschismus gefeiert, eine Straße soll nach ihm benannt werden. Doch dann kommt ein pikantes Detail aus Persicos Vergangenheit ans Licht, das ein ganzes Städtchen, mitten im Krieg, in großen Aufruhr versetzt…
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2018
Rezensentin Rose-Maria Gropp kann den neuen Roman des sizilianischen Autors Andrea Camilleri nicht genug loben. "Die Inschrift" spielt wie man es von Camilleri gewohnt ist, auf Sizilien: Ein Antifaschist und allgemeiner Störenfried wird in die Verbannung in ein kleines sizilianisches Dorf geschickt, wo er, zum Ärger der profaschistischen und fast herzergreifend dümmlichen Bewohner, jedoch immer noch jede Menge Unheil anzurichten vermag. Es kommt zu einer ehrenvollen Bestattung, deren Schilderung jedoch komischer kaum sein könnte, so die belustigte Rezensentin. "Die Inschrift" ist jedoch nicht nur wahnsinnig witzig, sondern auch intellektuell anspruchsvoll, betont Gropp. Man kann darin eine raffiniert konstruierte "Parabel auf Verlogenheit und Doppelmoral" erkennen, so die begeisterte Rezensentin.
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