Pier Paolo Pasolini

Nach meinem Tod zu veröffentlichen

Späte Gedichte
Cover: Nach meinem Tod zu veröffentlichen
Suhrkamp Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783518430095
Gebunden, 640 Seiten, 42,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Theresia Prammer. Zu Beginn der sechziger Jahre hat Pasolini in Rom Fuß gefasst, er hat zwei gefeierte Romane veröffentlicht und sich eine neue, flammende Leidenschaft erschlossen, das Kino. Doch der Ort, an dem sich seine Passion, die sozialen und politischen Verhältnisse der Welt festzuhalten, am dringlichsten äußert, ist seine Lyrik. Kompromisslos wirft Pasolini den eigenen Körper in den Kampf, prangert die verlogenen Ideologien der Machthaber an und protestiert gegen die Seelenlosigkeit des Kapitalismus. Zugleich sind seine Gedichte eine Liebeserklärung an den Menschen, an das römische Subproletariat, es sind Verse voller Nostalgie, Zärtlichkeit und Solidarität. "Nach meinem Tod zu veröffentlichen" versammelt erstmals unübersetzte und aus dem Nachlass erschlossene späte Gedichte Pasolinis - Gedichte von äußerster politischer Luzidität und belebendem Pathos. Es ist das Protokoll einer Krise linken Denkens.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.03.2022

Rezensent Michael Braun entdeckt mit Theresia Prammers Band Pasolini als Dichter wieder. Der Band mit "etwas verwirrendem" Titel, so Braun, versammelt auf über 600 Seiten übersetzte Auszüge aus drei Gedichtbänden des Schriftstellers, der zunächst in friulanischem Dialekt dichtete, um sich damit gegen seinen faschistischen Vater aufzulehnen, und später zu einer "Lichtgestalt der politischen und ästhetischen Dissidenz" avancierte, wie Braun resümiert. Als Hauptthemen seiner Dichtung macht der Kritiker die Abweisung des verzweifelt Liebenden und den "Weltanschauungskampf" mit der Kommunistischen Partei und der katholischen Kirche aus. Auch das Gewaltvolle vieler seiner Filme findet Braun hier wieder. Eine "sorgsam kommentierte" Ausgabe und ein wichtiger Beitrag zur Wiederentdeckung des Lyrikers, lobt er.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.11.2021

Rezensent Thomas Steinfeld sieht in der von Theresia Prammer übersetzten und herausgegebenen Edition mit den späten Gedichten von Pasolini eine Art Rettungsversuch. Zu retten ist der Autor vor dem Vergessen, erklärt er. Der Leser bekommt Texte aus der Zeit 1961-1971 in zweisprachiger Ausgabe, "gebändigt" durch Prammer. Als Klassiker erscheint Pasolini dem Rezensenten, wenn er in einigen der vorliegenden Texte hinter das Politische und die "Strategien des Selbst" zurückgeht und sogar dem eigenen Dialekt misstraut.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 22.11.2021

Rezensentin Maike Albath ist sehr froh darüber, dass endlich eine deutsche Übersetzung von Pier Paolo Pasolinis Gedichten vorliegt. Die gesammelte Lyrik des "schillernden und provokanten" italienischen Dichters, der 1975 ermordet wurde, ist geprägt von Zorn, Skepsis gegenüber dem westlichen Konsumismus und dem Verlangen nach jungen Männern, beschreibt die Rezensentin. Auch die stimmungsgetreue Übersetzung, Edition und das Nachwort von Theresia Prammer gefallen Albath sehr gut.

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