Aus dem Französischen von Volker Zimmermann. Paris in den 1950er Jahren: Sartre und der Geist des Existenzialismus liegen in der Luft und die Literatenszene tummelt sich in den Cafés des Künstlerviertels Saint-Germain-des-Prés. So auch der junge und mittellose Student Daniel Brodin. Der große Liebhaber der Poesie findet Zuflucht in den Texten, die er aus Buchhandlungen stiehlt, und gibt sich selbst als Dichter aus. Als er eines Abends im Kreise der Pariser Intellektuellen angehalten wird, etwas von sich zum Besten zu geben, verkauft er den anwesenden Geistesgrößen ein italienisches Gedicht als sein Werk. Daniel und der Text werden als großer Erfolg gefeiert, doch das Plagiat bleibt nicht ohne Folgen...
Rezensent Ralph Trommer zeigt sich mehr als begeistert von Alessandro Tota und Perre van Hofes Comicdebüt "Der Bücherdieb". Hier scheint einfach alles perfekt zu sein: Der Plot, der Aufbau, der Kontext, die Figuren und nicht zuletzt die Zeichnungen. Um die Stimmung im Paris der 50er Jahre einfangen und wiedergeben zu können, hat sich der Zeichner van Hove hunderte von Fotografien aus dieser Zeit angesehen, weiß Trommer. So gelang es ihm, seinen Bildern Anmut und Authentizität zu verleihen, so der begeisterte Rezensent. Wie sich Totas und van Hoves ausdrucksstarke Charaktere durch die schwarz-weiß gezeichneten Salons, die Buchläden und Kneipen der französischen Hauptstadt bewegen, findet Trommer glaubwürdig. Im Zentrum des bunten Figuren-Ensembles steht der "sympathische Hochstapler" Daniel Brodin - ein Jurastudent und Literaturenthusiast, der sich sowohl in den Salons der Surrealisten, als auch bei der anarchistischen Avantgarde beliebt macht, lesen wir. Zur Freude des Kritikers nehmen die Autoren dabei nicht nur eine, sondern gleich alle "Kunst- und Jugendbewegungen" auf die Schippe, die "Anspruch auf Absolutheit erheben".
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