Katalog einer Ausstellung im Frankfurter Museum für moderne Kunst 2008. Mit Essays by Alexander Roob, Eric Troncy. Der Künstler Bernard Buffet - einst als einer der bedeutendsten Maler Frankreichs und legitimer Nachfolger Picassos gefeiert - erhält mit der Frankfurter Ausstellung und dem vorliegenden Katalog nach vielen Jahren neue Aufmerksamkeit. Als "Maler des Existenzialismus" und Bildgeber der Nachkriegsbefindlichkeit, erreichten Buffets Arbeiten seinerzeit große Bekanntheit in Westeuropa. Der "Spiegel" widmete ihm 1956 als erstem Künstler Cover und Titelgeschichte. Auf diese enorme Popularität in den fünfziger und sechziger Jahren folgte eine ebenso entschiedene Zurückweisung seitens der Kritik und der institutionellen Kunstwelt. Mit einem über Jahrzehnte nur wenig variierenden, realistischen Stil verwandelte Bernard Buffet jeden erdenklichen Themenbereich in Malerei. Werkserien zu der Leidensgeschichte Christi, zu Dantes "Göttlicher Komödie", oder zum Themenbereich des Todes sind genauso zu finden, wie Stadtansichten, Affen und Automobile. Ob Porträt, Selbstbildnis, Stillleben oder Landschaft, stets geht es um die Quintessenz des Lebens, wenn es durch Tod, Vergessen oder Einsamkeit zum Stillstand kommt. Durch seinen unverkennbaren Stil in dem meist ein stark strukturiertes, vertikal aufgebautes dunkles Liniengeflecht dominiert, avancierte Buffet schnell zu einem Markenzeichen. In den beiden aktuellen Textbeiträgen von Eric Troncy und Alexander Roob wird Buffets Oeuvre historisch eingeordnet, seine aktuelle Relevanz untersucht und zu der Kunst seiner Zeit in Verbindung gesetzt. Der Katalog zeigt in zahlreichen ganz- beziehungsweise doppelseitigen Fotos die Frankfurter Ausstellung sowie ca. 140 Werkabbildungen und zahlreiche Dokumente.
Ebenso "heroisch" wie "schamlos" findet Rezensent Wolfgang Müller diesen Versuch des designierten Direktors der Berliner Nationalgalerie, diesen - aus Rezensentensicht peinlichsten und miserabelsten Künstler der Nachkriegszeit - wiederzuentdecken, dessen Werk der Häme des Rezensenten zufolge zu Recht in "Depots von geistes- und sinnesschwachen Millionären" und Museen vermodere. Hier werde nämlich ein "Zombie" aus exhumiert, zum "anarchistisch visionären Kunstpunk" umdekoriert und in die Nähe von echten Künstlern wie Kippenberger, Giacometti der Picabia gerückt, wie der Rezensent (vor Schmerz dabei aufheulend) notiert. Dennoch findet er es lohnend, dieses Buch zu studieren, weil es für ihn ein aufschlussreiches Exempel für Mechanismen des Kunstbetriebs ist, wo ja gern "gemalter Müll" zu Gold erklärt werde.
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