Mit einem einleitenden Essay von Ulrich Ott. "Special delivery. Von Künstlernachlässen und ihren Verwaltern" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Arbeitskreises selbständiger Kultur-Institute e.V. - AsKI, eines Verbundes von 35 national und international angesehenen, selbständigen Kultur- und Forschungsinstituten, die durch eine wertvolle Sammlung in besonderem Maße die Qualität und Vielfalt des kulturellen Deutschland repräsentieren. Die Sammlungen der Mitgliedsinstitute bergen so manchen Nachlass. In das Bewusstsein der Öffentlichkeit treten (Künstler-) Nachlässe meist nur in Verbindung mit negativen Schlagzeilen: Berichte über Auseinandersetzungen bis hin zu Prozessen vermitteln den Eindruck eines vorrangig eigenmächtigen Vorgehens der Nachlassverwalter (oft Verwandte: Witwen, Kinder), z.T. gegen den erklärten Willen des/der Verstorbenen. Über den sorgsamen Umgang ganz im Sinne des Künstlers wird weit seltener berichtet, da weniger sensationell. Was hat die Nachlassverwalter bewogen, das künstlerische, oftmals sehr persönliche Erbe eines geliebten Menschen und Künstlers einem Archiv oder Museum anzuvertrauen? Wird damit nur der letzte Wille des Verstorbenen respektiert, oder verfolgen die Erben auch ganz eigene Absichten? Wie aufschlussreich ist ein Nachlass in biografischer Hinsicht, welche Rückschlüsse auf das Werk lässt er zu? Schließlich: Welche Geschichten verbergen sich hinter den Nachlässen? Nach ausführlicher Recherche spiegeln die nun in diesem Buch vorgestellten zwölf Nachlässe und ein Vorlass aus den Bereichen Musik, Bildende Kunst, Literatur und Film das breite Spektrum der im AsKI zusammengeschlossenen Kultur-Einrichtungen: Nachlässe von Max Reger - Lovis Corinth - Felix Hartlaub - Georg Tappert - Bertolt Brecht - Richard Oelze - Gerhard Marcks - Mascha Kaléko - Lucia Moholy - Walter Höllerer - Ronald Searle (Vorlass) - Marlene Dietrich.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2012
Rezensent Björn Hayer begrüßt diesen vom Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. (AsKI) herausgegebenen Band über die Nachlassverwalter von Künstlern. Er sieht darin eine Würdigung derer, die sich aufopferungsvoll um die Hinterlassenschaften von Künstler kümmern. Dass der Band schlimme Beispiele von Verfälschungen in der Editionsgeschichte wie etwa Elisabeth Förster-Nietzsches Eingriffe ins Werk ihres Bruders, nicht unter den Tisch fallen lässt, weiß Hayer zu schätzen. Im Mittelpunkt des vorliegenden Buchs sieht er aber vor allem die "stillen Bewahrer", die sich mutig, sensibel und genau für den Nachlass von Schriftstellern einsetzen. So lobt er etwa Gumilla Eschenbachs Beitrag über Gisela Zoch-Westphal und deren Verdienste um die jüdische Dichterin Mascha Kaléko. Sein Fazit: ein interessanter und aufschlussreicher Band.
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